ist, und Weide genug hat für Pferde, Ochsen und Kühe; nun setzenwir zu Besorgung des Feldes und Viehes fünf und sechzig Familien,jede zu sechs Köpfen, oder in runder Summe fünfhundert Men-schen, die Hälfte der Bevölkerung, welche arbeiten, und sich vonsaurer Milch und Haverbrei nähren; aber ich möchte wohl wissen,was die andern fünfhundert thun?"
„Mein Gott!" rief ich, „was sagtJhr, Mr.Jarvie? Esschaudert mich, wenn ich an ihre Lage denke!"
„Sir," sagte der Stadtvoigt, „Ihr würdet noch mehr schau-dern, wenn Ihr in der Nähe dieser Menschen lebtet. Ich will zu-gebcn, daß die Hälfte von ihnen sich ehrlicher Weise etwas inNieder-Schottland verdient, durch Helfen in derErndte, Vieh-treiben, Hcumachen und dergleichen; aber es gibt noch immer vielehundert und tausend langbeinige hochländische Bursche, die nichtarbeiten und nichts brauchen, und bei ihren Verwandten umherlie-gen müssen, oder die davon leben, daß sic thun, was der Laird be-fiehlt, mag's Recht oder Unrecht sein. Und vornehmlich kommenviele hundert an die Gränzen des Niederlandes, wo's was zu neh-men gibt, und leben vom Viehraube und andern Räubereien. Dasist bejammernswerih in einem christlichen Lande, um so mehr, dasie stolz darauf sind, und cs für eine tapfere und wackere That hal-ten, wenn sie eine Heerde stehlen, und meinen, es zieme sich besserfür feine Leute, wie sie sich nennen, als durch ehrliche Arbeit einTagelohn z» verdienen. Die Lairds sind so schlimm wie die Bursche;denn wenn sie ihnen nicht befehlen, zu rauben und zu stehlen, so ver-bieten sie es ihnen doch auch nicht, und geben ihnen Schutz in ihrenWäldern und Gebirgen und festen Schlössern, wenn die Sache ge-schehen ist. Jeder Laird unterhält so viel Leute seines Namens odervon seinem Elan, wie wir's nennen, als er versorgen kann, oder,was dasselbe ist, so viele, als sich selber auf gute oder böse Art ver-sorgen können. Da sind sie denn mit Flinten und Pistolen, Dolchen