Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
45
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Entschluß war daher, die Entwaffnung meinesGegncrs zu versuchen,was ich, auf meine vermeintliche Ueberlcgcnheit in Geschicklichkeitund Uebung bauend, nicht für schwer hielt. Ich sah sndcß, daß ichmeinen Mann gefunden hatte, und einige Stöße, die er führte unddenen ich nur mit der größten Mühe entging, nöthigten mich, vor-sichtiger zu fechten. Nach und nach wurde ich durch die Feindselig-keit, mit der Rashleigh nach meinem Leben trachtete, erbittert, underwiderte seine Stöße fast so aufgebracht, wie er sic gab, so daß derKampf bestimmt schien, einen traurigen Ausgang zu haben. Die-ser Ausgang hätte beinahe auf meine Kosten Statt gefunden, dennmein Fuß glitt bei einem starken Ausfälle auf meinen Gegner aus,und ich konnte mich nicht schnell genug ausraffen, um den Gegen-stoß ganz abzuwenden. Rashleigh's Degen ging durch meineWeste und streifte mir die Rippen. Rashleigh stieß so heftig, daßder Degengriff, meine Brust treffend, mir großen Schmerz verur-sachte und ich mich auf einen Augenblick für tödtlich verwundet hielt.Begierig,! mich zu rächen, rang ich mit meinem Gegner, faßtemit der linken Hand den Griff seines Degens und nahm den meini-gen kürzer, um ihn zu durchbohren. Unser Kampf auf Leben undTod wurde durch einen Mann unterbrochen, der sich gewaltsamzwischen uns warf, und indem er uns von einander trennte, mitlauter und gebieterischer Stimme rief:Wie! die Söhne Derer,die an einer Brust lagen, wollen ihr Blut vergießen, als ob'sfremdes wäre? Bei der Hand meines Vaters, den Ersten, dernoch einen Streich thut, spalt' ich bis auf die Brust!"

Erstaunt blickte ich empor. Der Sprecher war Niemand an-ders, als Campbell. Er hielt in der Hand ein breites, gezogenesSchwert, das er, während er sprach, über dem Haupte schwang,als ob er seine Vermittelung hätte erzwingen wollen. Rashleighund ich starrten schweigend den unerwarteten Störer an, der unsabwechselnd zu ermahnen fortfuhr:Meint Ihr, Mr. Frank, daß