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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
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ten, die einzige Mahlzeit, welche sich strenge Presbyterianer amSabbath gemeinschaftlich gestatten. Auch hörte man zuweilenden Hufschlag eines Pferdes, das einen Landbewohner, der denSonntag in Glasgow zugebracht hatte, nach Hause trug. DieseTöne und Erscheinungen wurden nach und nach seltener. Endlichhörten sie ganz auf, und ich wandelte an den Ufern des Clydc ein-sam in friedlicher Stille, die nur durch den Glockenschlag unterbro-chen wurde, der von den Kirchthürmen hallte.

In eben dem Grade, in welchem die Nacht vorrückte, ver-mehrte sich indeß auch meine Ungeduld über die Ungewißheit, in derich mich befand, und zuletzt war sie beinahe nichr mehr zu zügeln.Ich gerieth in Zweifel, ob der Streich eines Thoren, der Aberwitzeines Verrückten, oder der überlegte Anschlag eines Schurken michgetäuscht hätte, und mit unglaublicher Unruhe und Verlegenheitging ich auf dem schmalen Strandwege, der zum Eingänge derBrücke führt, auf und nieder. Endlich tönte es Zwölf von derHauptkirche St. Mungo, und wurde allmählig von den kleinern,aber eben so frommen Gemeinden beantwortet. Kaum war derWiederhall des letzten Tones verklungen, als eine Menschengestalt,die erste, die ich seit zwei Stunden gesehen, vom westlichen Ufer herüber die Brücke kam. Ich ging ihr mit einem Gefühle entgegen,als ob mein Schicksal von dem Erfolge der Zusammenkunft abhinge;so sehr hatte die verlängerte Erwartung meine Besorgnisse aufge-regt. Indem ich mich dem Wanderer näherte, konnte ich nur be-merken, daß er mehr unter, als über Mittelgröße war; ein Rciter-mantel umhüllte ihn. Ich hemmte meinen Schritt, und blieb faststehen, als ich ihm nahe kam, denn ich erwartete, daß er mich an-reden würde. Allein ich sah mich unangenehm getäuscht, als erschweigend an mir vorüberging, und hatte keinen Vorwand, zuersteinen Menschen anzureden, der, wenn er auch zur bestimmtenStunde der Zusammenkunft erschien, dennoch ein ganz fremder