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um diese Reise; nach ihrer eigenen Angabe besaß sie Freunde undEinfluß in Schottland; sic hatte mir einen Talisman ertheilt, des-sen Macht ich erproben sollte, wenn alle andere Mittel fehlschlugen.Wer, als Diana Vernon, besaß Mittel, Geschicklichkeit und Nei-gung, die Gefahren abzuwenden, welche, wie es schien, meineSchritte umringten. Diese schmeichelnde Ansicht meiner mißlichenLage drängte sich mir immer von Neuem auf; sie nahm, obgleichsehr schüchtern, vor dem Abendessen Theil an meinen Gedanken; sieenthüllte ihre Reize kühner, während ich mein einfaches Mahl ge-noß, und wurde in der darauffolgenden Stunde — unterstützt viel-leicht durch einige Gläser des vortrefflichsten rothen Weines, so ver-wegen und zudringlich, — daß ich, um der verführerischen Täu-schung zu entgehen, Glas und Mahlzeit bei Seite schob, meinenHut ergriff, und in das Freie eilte, als ob ich mir selbst entfliehenwollte. Aber vielleicht folgte ich eben den Gefühlen, welchen ichentrinnen wollte, denn unvermerkt führten mich meine Schritte zuder Brücke über den Clyde, auf der mich mein gehcimnißvoller War-ner treffen wollte.
Obwohl ich erst nach dem Abendgottesdienstc gegessen hatte,da ich den religiösen Bedenklichkeiten meiner Wirthin nachgab, diezwischen den beiden Predigten nicht kochen wollte, und zugleich nachder Warnung meines unbekannten Freundes bis zur Dämmerungzu Hause blieb, so mußten doch vor der bestimmten Zusammenkunftnoch mehrere Stunden vergehen. Diese Zwischenzeit war, wie sichleicht denken läßt, langweilig genug, und ich kann kaum sagen, wiesie vergangen ist. Mannichfachc Gruppen von Menschen, welchesämmtlich, jung und alt, von der Heiligkeit des Tages erfüllt zusein schienen, wandelten längs der großen Wiese am östlichen Uferdes Flusses, die zu einem Spaziergange der Einwohner dient, odergingen langsamen Schrittes über die lange Brücke, welchezu dem westlichen Theile der Grafschaft führt. Alles, was