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vor uns die andächtige Versammlung, in matter Beleuchtung desLichts, welches durch einige kleine gothische Fenster fiel, wie mansie in Bcinhäuscrn findet. Man erblickte dabei die Mannichfaltig-keit der Gesichter, die sich, wie bei dem schottischen Gottesdienstegewöhnlich, dem Prediger zuwendeten. Fast Alle waren aufmerk-sam gesammelt, wenn nicht hier und da ein Vater oder eine Mutterdie umherschwcifenden Augen eines lebhaften Kindes zurückrief,oder den Schlummer eines trägen unterbrach. Die starkknochigenund rauhen Gesichter der Schotten, mit dem Ausdrucke von Ver-stand und Schlauheit, der oft darin liegt, zeigen sich vortheilhafterbei Andachtsübungen, oder in den Reihen der Krieger, als beileichteren und fröhlicheren Veranlassungen zur Versammlung. DerVortrag des Predigers war ganz geeignet, das Gefühl und die Gei-stesfähigkeitcn seiner Zuhörer mannickfach aufzuregen.
Alter und Kränklichkeit hatten seine ursprünglich starke undvolltönende Stimme geschwächt. Er las seinen Text mit einer et-was undeutlichen Aussprache ab; als er aber die Bibel geschlossenund seine Rede angefangcn hatte, wurden seine Töne allmähligstärker, indem er seine Gründe lebhaft zu entwickeln begann. Siebezogen sich meistens auf die abstrakten Punkte des christlichen Glau-bens, der bloßen menschlichen Vernunft unergründlich, die eraber eben so redlich als zweckmäßig durch biblische Stellen zu erläu-tern suchte. Meine Seele war nicht vorbereitet, in alle seine Be-weisgründe cinzugehcn, und ich wußte auch in einigen Fällen nicht,ob ich seine Sätze richtig aufgcfaßt hatte. Nichts war indeß ein-dringender, als das lebhafte, begeisterte Wesen des guten Greises,und nichts sinnreicher, als die Entwickelung seiner Gründe. DieSchotten zeichnen sich, wie man weiß, mehr durch die Uebung ih-rer Geisteskräfte, als durch Lebhaftigkeit des Gefühls aus; sie wer-den daher mehr durch Schlußfolgen, als durch Redekunst bewegt,und mehr durch ausführliches Vernünfteln über Lehrmeinungen an-