Srimmc für mich sprach, aber nicht laut genug, um die Hinder-nisse zu überwinden, die sich dem Geständnisse ihrer Neigung ent-gegensetzten. Der Blick, mit dem sie die Bewegung der Tapetevor der heimlichen Thüre beobachtet hatte, drückte mehr Furcht alsUeberraschung aus, und vcrricth eine Besorgniß, die ich für wohl-gegründet halten mußte; denn Diana hatte nicht die reizbaren Ner-ven ihres Geschlechtes und war unfähig, sich ohne eine wirkliche undgegründete Ursache zu fürchten. Bon welcher Art konnten dieseGeheimnisse sein, welche sie wie ein Zauberkreis umringten undauf ihre Gedanken und Handlungen fortwährend einen gewaltigenEinfluß zu üben schienen, obgleich die Inhaber dieser Zaubermachtnie sichtbar wurden? Bei diesem Gegenstände des Zweifels ver-weilte zuletzt meine Seele, gleichsam froh, der Frage über dieSchicklichkeit oder Klugheit meines eigenen Betragens auszuwei-chen, indem sie die Nachforschung auf Diana's Benehmen über-trug. Ich bin fest entschlossen, dachte ich, ehe ich das Schloß ver-lasse, klar zu sehen, in welchem Lichte ich in Zukunft dieses bezau-bernde Wesen betrachten muß, über dessen Leben Aufrichtigkeit undHeimlichkeit die Herrschaft gcthcilt zu haben scheinen; jene erfülltihre Worte und Gefühle, und diese breitet über alle ihre Handlungeneinen geheimnißvollen Schleier.
Mit der Theilnahme, welche Neugier und unruhige Leiden-schaft in mir bewirkten, paarte sich, obgleich unerklärt und unein-gcstanden, eine lebhafte Regung von Eifersucht. Dies Gefühl,welches mit dcr Litbe so natürlich cmporkeimt, wie Unkraut mitdcm Waizen, wurde durch den Grad von Einfluß erregt, welchenDiana den unsichtbaren Wesen, die ihre Handlungen lenkten, zugestatten schien. Je mehr ich über ihren Charakter nachdachte,desto mehr überzeugte ich mich, obwohl gegen meine Neigung, daßsie keinen Zwang erdulden würde, außer dem, welchen die Zu-neigung ihr aufcrlegte, und ich fühlte den Kittern und nagenden