Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
173
Einzelbild herunterladen
 

173

gelegenheiten die weinigen verdrängten. Ihr betrugt Euch gesternbeiTische gegen mich, als ob man Euch etwas gesagt hätte, wo-durch ich in Eurer Meinung gesunken wäre. Ich bitte, fragenzu dürfen, was es war?"

Ich war betroffen. Die Derbheit dieser Frage glich sehr derArt, mit welcher ein Mann von einem andern auf gutmeincnde,doch entschiedene Weise Erklärung über irgend einen Theil seinesBetragens verlangt, und enthielt nichts von jenen Umschreibungen,Milderungen und Schattirungcn, von denen gewöhnlich Erklärun-gen zwischen Personen verschiedenen Geschlechts in den höherenStänden begleitet werden.

Ich befand mich in großer Verlegenheit; denn es fiel mir ein,daß Rashleigh's Mittheilungen, wenn sie gegründet waren, MißVernon eher zu einem Gegenstände meines Mitleidens als meinerEmpfindlichkeit machten mußten, und wenn sie mir auch die besteEntschuldigung meines Betragens gewährt hätten, so mußte cs mirdoch immer sehr schwer werden, etwas auszusprechen, was fürDiana's Gefühle so verletzend sein mußte. Sie bemerkte meine Un-entschlossenheit, und sagte in etwas bestimmterem, aber immernoch gemäßigtem und höflichem Tone:

Ich hoffe, Mr. Osbaldistone, Ihr werdet mir das Rechtnicht streitig machen, diese Erklärung zu fordern. Ich habe keinenVerwandten, der mich beschützen kann; es ist daher gerecht, daß esmir erlaubt sei, mich selbst zu beschützen."

Ich suchte zögernd die Schuld meines unfreundlichen Betra-gens auf Unpäßlichkeitauf unangenehme Brüfe aus London zuschieben. Sie ließ mich meine Entschuldigungen erschöpfen, bis ichnichts mehr zu sagen wußte, und hörte mir mit dem Lächeln der be-stimmtesten Ungläubigkcit zu.

Und nun, Mr. Frank," sprach sic,da Ihr Euren Entschul-digungs-Prolog nach der üblichen Weise beendet habt, mit der Pro-