Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

159

einzigen Lehrer Liebe kam uns nicht nahe. Ich habe Euch gesagt,daß ich bei Zeiten weise war."

Ich fühlte wenig Verlangen, die Unterhaltung länger fortzu-setzen, und eilte, mich von Rashleigh losmachend, aus mein Zim-mer. In großer Unruhe ging ich hier auf und nieder, und wieder-holte laut die Ausdrücke, die mich am meisten verletzt hatten.Reizbar feurig zarte Neigung Liebe! Diana Vernon,das schönste Wesen, das ich je gesehen, verliebt in ihn, den krumm-beinigen, dickhalsigen, hinkenden Tölpel! Der völlige Richard derDritte, nur fehlt der Buckel! Und dennoch, die Gelegenheit, dieer in seinen verwünschten Lehrstunden gehabt haben mußte, unddes Menschen leichte und fließende Darstellung, und ihre Abge-sondertheit von allen Wesen, die mit gesundem Menschenverständesprechen und Handel» konnten. Ja, und ihr sichtbarer Grollgegen ihn, mit Bewunderung seiner Talente vermischt, was sosehr wie die Wirkung einer vernachlässigten Zärtlichkeit aussicht,wie nur irgend etwas. Aber was geht das mich an, daß ich dar-über wüthe und tobe? Ist Diana Bernon das erste hübsche Mäd-chen, das einen häßlichen Mann geliebt oder geheirathet hat? Undwenn sie auch an keinen Osbaldistone gebunden wäre, was kümmertes mich? Katholisch eine Jakobitin eine Amazone es wärevollkommener Wahnsinn, daran zu denken!

Indem ich solche Betrachtungen in die Flamme meines Un-muths warf, dämpfte ich sic zu einer Art dampfender Herzensgluthund erschien an der Mittagstafel i» einer so mürrischen Laune, alsman sich nur denken kann.