Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
76
Einzelbild herunterladen
 

noch länger den Anblick von Vater und Söhnen, ertragen hätte,welche dieselbe Unmäßigkeit übten, und dasselbe rohe und ekelhafteGespräch führten. Ich wurde, wie ich erwartet hatte, verfolgt,um als ein Abtrünniger von dem Altäre des Bachus zurückgeführtzu werden. Als ich das Geschrei und Hallo, und das Getrampelder schweren Stiefel meiner Verfolger hinter mir auf der engenWendeltreppe hörte, die ich hinabeiltc, sah ich deutlich ein, daßich cingcholt werden würde, wenn es mir nicht glückte, in dasFreie zu kommen. Ich stieß deshalb ein Fenster auf, das die Aus-sicht auf einen altväterischcn Garten hatte, und da die Höhe nichtmehr als sechs Fuß betrug, sprang ich ohne Zögern hinaus, undhörte bald weit hinter mir das Ho und Hallo meiner angeführtenVerfolger. Ich rannte eine Allee entlang, eilte schnell durch eineandere, und als ich mich dann außer der Gefahr weiterer Verfol-gung sah, verkürzte ich meinen Schritt, der frischen Luft genießend,welche die Hitze des Weines, den ich zu trinken gezwungen wordenwar, so wie die meines schnellen Rückzuges, doppelt angenehmmachte.

Als ich weiter schleuderte, fand ich den Gärtner bei seinerAbendbeschäftigung, und indem ich stehen blieb, um ihm zuzuse-hen sagte ich:Guten Abend, mein Freund!"

Gu'n Ab'nd; gu'n Ab'nd auch;" antwortete der Mann,ohne aufzusehen, und mit einem Accente, der seine nordische Ab-kunft verrieth.

Schönes Wetter zu Eurer Arbeit, mein Freund."

,,'S' ist nicht all'z schlecht!" antwortete der Mann, mit je-nem beschränkten Grade des Lobes, welckes Gärtner und Pächterselbst d,m schönsten Wetter zu zollen pflegen. Dann den Kopf er-hebend, wie um zu sehen, wer mit ihm spräche, berührte er seineschottische Mütze mit dem Ausdrucke der Ehrfurcht, indem er sagte: