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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
66
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gedacht nun, besser spät, als gar nicht. Du bist willkom-men, Bursche, und das is' genug. Wo 's meine kleine Die lAch, da kömmt sie ja. Das ist meine Nichte Die, meines Wei-bes Bruders Tochter, das reizendste Mädchen in unsern Thälern,mögen die andern sein, wie sie wollen. So, nun laßt uns zudem Rinderbraten."

Um einen Begriff von der Person zu bekommen, welche dieseSprache führte, mußt Du Dir, mein lieber Lresham, einen Mannvon ungefähr sechzig Jahren vorstellen, in einer Jagdkleidung, dieeinst reich betreßt war, deren Pracht aber mancher November- undDezember Sturm getrübt hatte. Ungeachtet seines jetzigen abge-stoßencn Wesens hatte Sir Hildebrand zu einer Zeit seines LebensHöfe und Feldlager gekannt; er diente in der Armee, welche vorder Revolution bei Hounslow-Heat im Lager stand, und war, viel-leicht durch seine Religion empfohlen, zu eben der Zeit von dem un-glücklichen und schlechtbcrathcncn König Jakob II. zum Ritter ge-schlagen worden. Aber des Ritters Träume von weiterer Beförde-rung wenn er je dergleichen nährte, verschwanden in der Kri-sis, welche seinen Beschützer vom Throne stürzte, und seitdemführte er ein einsames Leben auf seinen angestammten Gütern.Seines bäurischen Wesens ungeachtet aber, behielt Sir Hildebrandnoch viel von dem Acußcrn eines Edelmannes bei, und erschien un-ter seinen Söhnen, wie die Ucberbleibsel einer korinthischen Säule,verstümmelt und mit Moos bewachsen, sich unter den rohen, un-behauenen Steinen eines Druidcntempels ausgenommen habenwürden. Die Söhne waren in der That so plumpe, unbehaueneBlöcke, wie das Auge sie sich nur wünschen kann. Hoch, kräftig,schön, schien den fünf ältesten gleich sehr der promethischc Funkedes Geistes und die äußere Politur des Wesens und Benehmens zufehlen, welche in der feiner» Welt die geistigen Mängel zuweilenerseht. Ihre beste moralische Eigenschaft schien die Gutmüthig-