Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

wöhnte er ebenfalls, daß sie sich auf eine oder die andere Weise mehrNutzen zu machen verstanden hätten, als ihnen eigentlich zugekom-men wäre. Kurz, wenn sich Mabcl über die schottischen Waffenin alten Zeiten beklagte, so eiferte Mr. Osbaldistone nicht wenigergegen die Arglist dieser neuen Sinonicr; und Beide prägten mei-mem jugendlichen Gcmüthc, obgleich ohne eine bestimmte Absicht,dies zu thun, einen aufrichtigen Abscheu vor den nördlichen Bewoh-nern Britanniens ein, wie vor einem in Kriegszcitcn blutdürstigen,während des Friedens betrügerischen, eigennützigen, selbstsüchti-gen, geizigen Volke, und mit wenigen guten Eigenschaften, manmüßte denn als solche eine Wildheit betrachten, die in Kriegsangc-lcgenheitcn dem Muthe glich, und eine Art von Verschlagenheit,welche bei dem gewöhnlichen Verkehr der Menschen die Klugheit er-setzte. Zur Rechtfertigung oder Vertheidigung Derer, welchesolche Vorurthcile nährten, muß ich bemerken, daß die Schottestjener Zeiten sich ähnlicher Ungerechtigkeit gegen die Engländerschuldig machten, welche sie gewöhnlich als ein Geschlecht geldstol-zer, übcrmüthiger Epikuräer schilderten. Dieser Saamcn desMißfallens, der zwischen den beiden Ländern übrig blieb, war dienatürliche Folge ihrer frühern Existenz als zwei getrennte, aufeinander eifersüchtige Staaten. Wir sahen diese Funken kürzlichdurch demagogischen Hauch zu Heller Flamme anschüren, welche,wie ich aufrichtig hoffe, jetzt für immer in ihrer eigenen Asche er-stickt ist.

Ich betrachtete daher den ersten Schotten, den ich zufällig inGesellschaft sah, mit einem Eindrücke des Widerwillens. Er hatteviel, was mit meiner vorgefaßten Meinung übereinstimmte. Erhatte die harten Züge und die athlcthische Gestalt, welche seinemLande eigenthümlich sein sollten, und dabei die Naticnalbctonungund die langsame, pedantische Art des Ausdruckes, welche aus demWunsche entsprang, Eigcnthümlichkciten seines Dialektes zu vcr-