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„Ihr irrt, Sir, ich versichere Euch — Ihr irrt ganz undgar," erwiderte mein Freund, indem er auf die andere Seite derStraße ritt, wie er, bei solcher beunruhigenden Veranlassung zuthun pflegte.
„Nun ich will cs auf den Wein wagen; oder ich will zehnGoldstücke gegen fünf wetten, daß ich mit Eurem Mantclsack aufmeinem Pferde Euch doch noch austrabe. Dieser Vorschlag stei-gerte meines Freundes Besorgniß auf das Höchste. Seine Naseverwandelte sich aus dem Kupferroth, das sic nach manchem behag-lichen Schluck Claret oder Sekt angenommen hatte, in eine matteFarbe, und seine Zähne klapperten vor Angst über die unverhehlteVerwegenheit meines Vorschlages, welcher ihm den Räuber in sei-ner ganzen Grausamkeit zu zeigen schien. Während er stotterndnach einer Antwort suchte, beruhigte ich ihn durch die Frage nacheinem Kirchthurme, der jetzt sichtbar wurde, so wie durch die Be-merkung, daß wir einem Dorfe so nahe wären, um auf der Straßekeine Unterbrechung fürchten zu dürfen. Dabei klärte sein Gesichtsich auf, aber ich bemerkte leicht, daß es lange Zeit währte, ehe ereinen so offenbar verdächtigen Vorschlag, wie der, den ich gewagthatte, wieder vergessen konnte. Ich belästige Dich durch diese nä-hern Umstände von der Gemüthsstimmung dieses Menschen, undder Art, wie ich darauf wirkte, weil diese an und für sich unbedeu-tenden Umstände einen mächtigen Einfluß auf spätere Ereignisseübten, die in dieser Erzählung Vorkommen werden. Damals flößtetzas Benehmen dieses Menschen mir nur Geringschätzung ein undbestätigte mich in einer Meinung, die ich schon gefaßt hatte, daßnämlich von allen Neigungen, die den Menschen treiben, sich selbstzu quälen, die der grundlosen Furcht die beunruhigendste, geschäf-tigste, peinlichste und bemitleidenswertheste ist.