war, und entschuldigte sich wegen der Freiheiten, die er sich nehmenmüßte, um für den Unterhalt seiner Leute zu sorgen. Um dieseZeit erfuhr Rosa durch den offenen Mund der Fama, mit allen Ar-ten von Uebertreibungcn, daß Waverley den Schmied von Cairn-vreckan gctödtct hätte, als er einen Versuch machte, ihn zu verhaf-ten; daß der Major Melville von Cairnvrcckan ihn indasGefäng-niß werfen ließ, und daß er durch Kricgsgesetz binnen drei Lagenhingerichtct werden sollte. In der Angst, welche diese Nachrich-ten ihr machten, forderte sie Donald Bean auf, den Gefangenenzu befreien. Das war eben die Art von Dienst, die er zu unterneh-men wünschte, da er glaubte, daß es ihm als ein Verdienst ange-rechnet werden würde, hinreichend, einige kleine Sünden verges-sen zu machen, die er sich in dem Lande hatte zu Schulden kommenlassen. Er besaß aber die Kunst, indem er Pflicht und Disciplinvorschützte, so lange zurückzuhalten, bis die arme Rosa sich in ih-rer höchsten Angst erbot, ihm einige werthvollc Diamanten, welcheihrer Mutter gehört hatten, als Belohnung für die Unternehmungzu geben.
Donald Bean, der in Frankreich gedient hatte, kannte denWerth dieser Tändeleien, und überschätzte ihn vielleicht noch. Aberer würdigte auch Rosa's Besorgniß, daß man entdecken möchte, siehätte sich zu Wavcrlcy's Befreiung ihrer Juwelen beraubt. Damitdiese Rücksicht ihm den Schatz nicht entziehe, erbot er sich freiwilligzu einem Eide, nie zu erwähnen, welchen Antheil Rosa an derSache gehabt hätte; und weil er Vorthcil davon erwartete, denEid zu halten, und keinen Nutzen von dem Bruche entdeckte, lei-stete er den Eid — wie er zu seinem Lieutenant sagte, um redlichgegen die junge Lady zu sein — auf die einzige Art und Weise,welche er, nach einem innern Vertrage mit sich selbst, als bindendbetrachtete: Er beschwur das Geheimniß auf die Schneide seinesDolches. Er wurde zu dieser Art der Eidesleistung noch besonders