Druckschrift 
1 (1851) Waverley
Entstehung
Seite
179
Einzelbild herunterladen
 

179

sichtsfarbe, ausgenommen, daß das Wetter Fergus gebräunt hatte,und daß Flora's Teint von der weiblichsten Zartheit war. Aber diehochmüthige und etwas strenge Regelmäßigkeit in Fergus' Zügenwar in denen Flora's lieblich gemildert. Auch ihre Stimmen hat-ten ähnlichen Klang. Die von Fergus, besonders wenn er sei-nen Leuten während der militärischen Uebungen Befehle gab, er-innerte Edward an eine Lieblingsbeschreibung der Stelle desEmetrius:

Dessen Stimme Wiederhall

Ertönet rings, wie der Trompete Silbcrschall.

Die Flora's dagegen war süß und sanft, eine vortreffliche Ei-genschaft des Weibes; wenn sie aber irgend einen Lieblingsgegen-stand besprach, was sie oft mit natürlicher Beredsamkeit that, besaßsie eben sowohl die Töne, welche Ehrfurcht und Ueberzeugung er-wecken, als die, welche überreden. Der feurige Glanz des schö-nen schwarzen Auges, welches bei dem Häuptling, selbst bei denmateriellen Hindernissen, auf die cs traf, ungeduldig zu sein schien,hatte bei seiner Schwester ein zartes Sinnen angenommen. SeineBlicke schienen Ruhm, Macht und alles Das zu suchen, was ihnüber andere Menschen erheben konnte, während die seiner Schwe-ster, ihres geistigen Uebergewichtes sich bewußt, die, welche nachanderer Auszeichnung rangen, eher mit Mitleid, als mit Neid zubetrachten schienen. Ihre Gefühle stimmten mit dem Ausdruck ihresGesichtes überein. Frühe Erziehung hatte ihrem Gefühle, so wiedem des Häuptlings, die innigste Anhänglichkeit an die verbannteFamilie der Stuarts eingeflößt. Sie hielt es für die Pflicht ihresBruders, seines Clans, jedes Mannes in Britannien, auf welchepersönliche Gefahr auch immer, zu deren Wiedereinsetzung beizu-tragen, auf welche die Anhänger des Ritters von St. Georg nochnicht jede Hoffnung aufgegeben hatten. Sie war bereit, dafür

12 *