166
irgend eine gewaltige Niederlage» Bei solchen Gelegenheiten wardann Fergus Mac Jvor immer der Erste, sie zu bedauern, undnachdem er ihnen freundliche Vorwürfe über ihre Uebercilung ge-macht hatte, den gesetzlose» Zustand des Landes zu beklagen. DieseKlagen schloffen jedoch den Verdacht nicht aus, und die Dingewurden der Regierung so vorgestellt, daß unser Häuptling seinmilitärisches Kommando verlor.
Was Fergus Mac Jvor bei dieser Gelegenheit auch fühlenmochte, besaß er doch die Kunst, jeden Schein der Unzufriedenheitzu vermeiden; in kurzer Zeit aber begann die benachbarte Gegendböse Folgen seiner Ungnade zu fühlen. Donald Bcan Lean und an-dere seinerGattung, deren Plünderungen bisher auf andercDistriktebeschrankt gewesen waren, schienen jetzt diese Gegend zu ihrem Lieb-lingsaufenthalte gemacht zu haben, und ihre Verheerungen trafenauf geringen Widerstand, da der Niederlandsudel meistentheils ausIacobiten bestand, und entwaffnet war. Dies zwang viele Ein-wohner mit Fergus MacJvor Schutzgeldverträge abzuschließen;dadurch wurde er nicht nur ihr Beschützer, sondern er gewann auchgroßen Einfluß auf alle ihre Berathungen, und erwarb die Gelderzur Fortsetzung seiner lchnshcrrlichen Gastfreiheit, welche sonstbei dem Ausbleiben des Soldes bedeutend hätte vermindert werdenmüssen. Bei Verfolgung dieses Betragens hatte Fergus einen wei-teren Plan, als nur der große Mann seiner Nachbarschaft zu sein,und despotisch über einen geringen Clan zu herrschen. Seit seinerKindheit hatte er sich der Sache der verbannten Königsfamilie ge-widmet, und sich nicht nur überredet, daß sie die Krone Britan-niens bald wiedergewinnen müßte, sondern auch, daß dann alleDie, welche ihr Beistand geleistet hätten, in Ehre und Rang steigenwürden. In dieser Absicht wirkte er dahin, die Hochländer untersich auszusöhnen, und seine eigenen Streitkräfte aufdas Aeußerstezu vergrößern, um bei der ersten günstigen Gelegenheit auf den