Lei dem ersten. Seine Augenbrauen und Oberlippe verriethen et-was, wie die Gewohnheit gebieterischen Befehles und entscheiden-der Ueberlegenhcit. Selbst seine Höflichkeit schien das Gefühl per-sönlicher Wichtigkeit zu verrathen, obgleich sie frei und unge-zwungen war. Bei jeder plötzlichen oder zufälligen Auflegungzeigte ein schnelles, doch vorübergehendes Blitzen des Auges einungestümes, hochmüthigcs, rachgieriges Gemüth, das nicht minderzu fürchten war, obgleich es durch Selbstbeherrschung gezügelt zuwerden schien. Kurz, das Gesicht des Häuptlings glich einem schö-nen Sommertagc, der uns indeß durch gewisse, wenn auch kaumbemerkbare Zeichen verräth, daß es noch vor dem Abend donnernund blitzen kann.
Doch nicht bei ihrem ersten Zusammentreffen hatte EdwardGelegenheit, diese weniger günstigen Bemerkungen zu machen. DerHäuptling empfing ihn als einen Freund des Baron von Bradwar-dine mit der äußersten Freundlichkeit und Dankbarkeit für den Be-such; er machte ihm freundliche Borwürfe darüber, daß er die Nachtvorher einen so rauhen Aufenthaltsort gewählt hätte, und ließ sichmit ihm in ein freundliches Gespräch über Donald Bean's Haushal-tung ein, jedoch ohne den leisesten Wink auf dessen schmachvolle Le-bensweise, oder die unmittelbare Veranlassung zu Waverley's Be-such, und da der Häuptling das Gespräch nicht auf diese Sachebrachte, vermied es unser Held ebenfalls. Während sie heiter demHause von Glennaquoich zuschritten, folgte Evan, der jetzt ehr-furchtsvoll zurücktrat, mit Callum Bek und Dugald Mahony.
Wir wollen die Gelegenheit ergreifen, den Leser von einigenUmständen aus Fergus Mac Jvor's Charakter und Geschichte zu un-terrichten, welche Waverley erst nach einem längern Umgänge be-kanntwurden, einem Umgänge, der zwar aus so zufälliger Ursacheentsprang, aber für lange Zeit den tiefsten Einfluß aufseinen Cha-Maverlev l. H