Druckschrift 
1 (1851) Waverley
Entstehung
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

122

Der Amtmann war viel zu geschäftig, und that viel zu wich-tig, um sich gegen Edward in Erklärungen einzulassen, und beriefMr. Saunderson herbei, welcher mit einem Gesichte erschien, indem sich Angst mit Feierlichkeit paarten; und sogleich begannen sieein Gespräch mit einander. Davie Gcllatley war ebenfalls bei derGruppe bemerkbar, unthätig, wie Diogenes bei Sinope, währendseine Landsleute Anstalten zur Belagerung trafen. Er wurde durchAlles aufgeregt, mochte es gut oder böse sein, was Tumult veran-laßte, und er hüpfte, tanzte und sang, bis er dem Amtmann zufäl-lig zu nahe kam, und mit dessen Reitpeitsche eine Ermahnung er-hielt, welche sein Singen in Klagen verwandelte.

Bon hier ging Wavcrley nach dem Garten, wo er den Baronselbst erblickte, der mit schnellen und hastigen Schritten die Längeder Terrasse hin und her maß; sein Gesicht vcrrieth verletzten Stolzund Unwillen, und sein ganzes Benehmen schien anzudeuten, daßeine Frage nach der Ursache seiner Aufregung ihm mindestens unan-genehm, wo nicht gar beleidigend sein würde. Waverley schlüpftedaher in das Haus, ohne ihn anzuredcn, und nahm seinen Wegnach dem Frühstückszimmer, wo er seine junge Freundin Rosa fand,die zwar weder so zornig aussah, wie ihr Bater, noch die ungestümeWichtigthucrei des Amtmann Macwhceble, noch die Berweiflungder Milchmädchen zeigte, aber doch verdrießlich und nachdcnkendschien. Ein Wort erklärte das Geheimniß.Ihr Frühstück wirdetwas mangelhaft sein, Capitain Waverley," sagte sie.Ei»Haufe Bergräuber hat uns die letzte Nacht überfallen, und alle un-sere Kühe fortgetrieben."

Bergräuber?"

Ja; Räuber aus dem benachbarten Hochlande. Wir blie-ben frei von ihnen, während wir an Fergus Mac-Jvor Bich JanBohr Tribut zahlten; aber mein Bater hielt cs seines Ranges undseiner Geburt für unwürdig, ihn noch länger zu zollen, und so