120
Vaters Stellung und Wünsche ihn abhallcn müßten, diesen Um-gang zu innigererFreundschast werden zu lassen. Zugleich wurde an-gedeutrt, daß, während seine politischen Grundsätze durch den Um-gang mit Unterthanen solcher Art gefährdet würden, er auch inder Religion irrige Eindrücke durch die Geistlichen empfangenmöchte, welche so hartnäckig daran arbeiteten, die königliche Gewaltin kirchlichen Dingen zu bestreiten.
Diese letzte Andeutung bewog Waverley wahrscheinlich, beideauf Rechnung von den Vorürthcilen seines Obersten zu setzen. Erfühlte, daß Mr. Bradwardine mit dem gewissenhaftesten Zartge-fühl gehandelt chatte, indem er sich nie in einen Streit einlicß, wel-cher nur die geringste Absicht verrathen konnte, feine politischenAnsichten zu ändern, obgleich der Baron selbst nicht nur ein ent-schiedener Anhänger der verbannten Königsfamilie war, sondernauch zu verschiedenen Zeiten die wichtigsten Aufträge im Interessederselben ausgcrichtet hatte. Edward fühlte sich daher überzeugt,daß er keine Gefahr lies, seinen Pflichten abwendig gemacht zuwerden, und es kam ihm vor, als begehe er eine Ungerechtigkeitgegen seines Oheims alten Freund, verließe er ein Haus, in welchemer Vergnügen und Unterhaltung gab und empfing, nur wegen einesvorurtheilsvollen und unbegründeten Verdachtes. Er schrieb des-halb eine sehr allgemein gehaltene Antwort, in welcher er seinemObersten die Versicherung gab, daß seine Treue nicht der geringstenGefahr ausgesetzt sei, und fuhr fort, ein geehrter Gast und Bewoh-ner des Hauses von Lully - Veolan zu sein.