101
genheiten wahrscheinlich den dummen Davic nannten. Doch dasist kein ungewöhnlicher Zug der Schmeichelei gegen eingestellte Per-sonen, und beschränkt sich auch nicht bloß auf die baarfüßigcn Dorf-bewohner von Tully-Veolan; so war es vor 60 Jahren, so ist csjetzt, und so wird es nach 600 Jahren sein, wenn die bewundcrungs-werthe Mischung von Thorheit und Schurkerei, die Welt genannt,dann noch existirt.
Die Baarfüßler, wie sie genannt wurden, waren dazu be-stimmt, das Holz abzusuchcn, und sie thaten dies mit solchem Er-folge, daß nach einer halben Stunde ein Rehbock aufgefunden, ge-jagt und geschossen wurde. Der Baron folgte auf seinem weißenRosse, wie Earl Percy in seinen alten Zeiten, und weidete groß-herzig das erlegte Thier mit seinem eigenen Jagdmesser aus, wasdie französischen Jäger, wie er bemerkte, k-Ure la euree nannten.Nach dieser Feierlichkeit führte er seinen Gast auf einem freundli-chen, doch etwas weiteren Wege nach Hause. Sie hatten hier eineweite Aussicht über verschiedene Dörfer und Häuser; von jedemwußte Mr. Bradwardine eine Anecdote der Geschichte oder der Ge-nealogie zu erzählen, und er that dies in einer Sprache, die oftdurch Vorurtheile oder Pedanterie wunderlich war, oft aber auchwieder ehrenwerth durch den gesunden Verstand und die achtungs-werthen Gefühle, die er bei seiner Erzählung entwickelte, und bei-nahe immer merkwürdig, wo nicht werthvoll durch die Belehrung,die sie enthielten. '
Der Ritt war in der That beiden angenehm, durch das Gefal-len, das sie einer an des Andern Unterhaltung fanden, obgleichihr Charakter und ihre Denkweise in mancher Beziehung einanderganz entgegengesetzt waren. Edward war, wie wir den Leser be-reits unterrichteten, glühend in seinen Gefühlen, wild und roman-tisch in seinen Ideen und in seinem Geschmack am Lesen, und hattedabei eine starke Neigung zur Poesie. Mr. Bradwardine war das