Druckschrift 
1 (1851) Waverley
Entstehung
Seite
96
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Ihr ohne Zweifel bemerkt haben werdet, gestern während des gan-zen Abends die Gränzen anständiger Fröhlichkeit nicht überschritt."

Gegen eine so bestimmt ausgesprochene Behauptung ließ sichnichts sagen; hätte aber Edward nach seinen eigenen Erinnerungendie Entscheidung fällen sollen, so würde er das Urthcil ausgespro-chen haben, daß der Baron nicht nur edrioius war, sondern nahedaran, edrius zu werden, oder, auf gut deutsch, daß er unbedingtder Betrunkenste der ganzen Gesellschaft war, seinen Widersacher,den Laird von Balmawhapple, vielleichtallein ausgenommen. Alser aber die erwartete oder vielmehr geforderte Bestätigung seinerNüchternheit erhalten hatte, fuhr der Baron fort:Nein, Sir,obgleich ich selbst von derbem Temperament bin, verabscheue ichdoch die Trunkenheit, und verachte die, welche den Wein gulaecausa verschlingen, nur um den Gaumen zu kitzeln; dennoch möchteich das Gesetz des Pittacus von Mytilene verwerfen, welcher einVerbrechen doppelt bestrafte, das unter dem Einflüsse des l.iderpater begangen wurde; eben so wenig möchte ich der Verwerfungdes jüngern Plinius im 14. Buche seiner Uistoriaaturalis bci-stimmen. Nein, Sir, ich unterscheide, und billige nur den Weinin so fern, als er das Gesicht heiter macht, oder nach dem Aus-drucke des Flaccus rccepto amico."

So endete die Schutzrede, welche der Baron von Bradwardinedem Uebermaße seiner Gastlichkeit halten zu müssen glaubte, undman kann sich leicht denken, daß er weder durch Widerspruch, nochdurch eine Aeußerung des Unglaubens unterbrochen wurde.

Er forderte hierauf seinen Gast zu einem Morgcnspatzierritteauf, und befahl, daß Davie Gellatley mit Ban und Buscar imverborgenen Pfade" zu ihnen stoßen sollte.Denn," fuhr erfort,bis die Jagdzeit beginnt, möchte ich Euch doch wenigstensetwas von der Jagd zeigen, und mit Gottes Willen können wirwohl auf ein Reh treffen. Das Reh, Capitain Waoerley, kann