Ehre und Großmuth waren erbliche Eigenschaften des HausesWaverley. Mit einer Anmuth und einem Zartgefühl, eines Ro-manhelden würdig, nahm Sir Evcrard seine Ansprüche auf dieHand der Lady Emily zurück. Ehe er Blandville-Castle verließ,war er sogar so gewandt, ihrem Vater die Einwilligung zu demGegenstände ihrer Wahl abzuzwüigen. Was für Gründe er zudiesem Zwecke anführte, kann nicht genau angegeben werden;denn im Punkte der Uebcrredungsgabe wurde Sir Everard niefür stark gehalten; der junge Offizier stieg jedoch unmittelbar nachdiesem Schritte in der Armee mit einer Schnelligkeit, welche den ge-wöhnliche» Schritt unbeschützten Verdienstes weit überstieg, ob-gleich dieses dem äußeren Scheine nach Alles war, worauf er sichstützen konnte.
Der Streich, welchen Sir Evcrard bei dieser Gelegenheit em-pfing, wurde zwar durch das Bewußtsein gemildert, daß er tugend-haft und ehrenwcrth gehandelt, hatte aber doch einen Einfluß aufsein ganzes zukünftiges Leben. Sein Heirathsentfchluß war ineinem Anfälle des Unwillens gefaßt worden; die Mühe des Hof-machens paßte nicht ganz zu der würdevollen Trägheit seiner Ge-wohnheiten; er war nur so eben der Gefahr entgangen, eine Frauzu heirathen, die ihn nie, lieben konnte, und sein Stolz konnte sichdurch diese Beendigung seiner Werbung nicht geschmeichelt fühlen,auch wenn sein Herz dadurch nicht gelitten hatte. Das Resultatder ganzen Sache war seine Rückkehr nach Waverley-House ohneUebertragung seiner Neigungen, ungeachtet der Seufzer undschmachtenden Blicke der schönen Verrätherin, welche nur ausschwesterlicher Zuneigung das Geheimnis; von der Liebe der LadyEmily verrathen hatte, so wie trotz der Winke und Fingerzeigeder gefälligen Lady Mutter und der ernsten Lobsprüche, welcheder Earl nach einander der Klugheit, dem gesunden Sinne und