Charaktere und Leidenschaften der handelnden Personen setzte; derLeidenschaften, welche Menschen aus allen Ständen der Gesellschaftgleich sind, und das menschliche Herz gleich sehr erregten, mochtecs nun unter dem stählernen Harnisch des täten Jahrhunderts oderdem gestickten Kleide des ISten oder unter dem blauen Frack undder Piquäweste der gegenwärtigen Zeit klopfen.*) Ohne allenZweifel muß der Zustand der Sitten und Gesetze diesen Eigenschaf-ten eine eigenthümliche Farbe verleihen. Aber die Figuren — umdie Sprache der Heraldik zu benutzen — bleiben dieselben, obgleichdie Farbe sich nicht nur ändern, sondern sogar in gänzlichen Wider-spruch treten kann. Die Wuth unserer Vorfahren z. B. wurderoth.gcmalt; sie brach in Handlungen offener und blutiger Gewalt-that gegen die Gegenstände aus, welche sic veranlaßten. Unsereboshaften Gefühle, welche durch indirektere Kanäle Befriedigungsuchen und die Hindernisse untergraben müssen, die sie nicht offen»iederreißcn können, müssen eher durch die schwarze Farbe be-zeichnet werden. Aber der Impuls ist in beiden Fälle» der gleiche,und der stolze Pair, dcr seinen Nachbar jetzt nur nach den Gesetzenzu Grunde richten kann, durch langgesponnene Prozesse, ist dernnversälschtc Nachkomme des Bar-ons, dcr das Schloß seines Ne-benbuhlers in Brand steckte und ihn selbst auf den Kopf schlug, wenner den Flammen zu entrinnen suchte. Aus dem großen Buche derNatur, welches sich durch tausend Ausgaben gleich bleibt, ob esnun mit schwarzen Lettern, oder mit buntem Hochdruck gedrucktwird, habe ich kühn gewagt, dem Publikum ein Kapitel vorzulc-sen. Einige günstige Gelegenheiten des Kontrastes sind mir durch
*1 Ach, dieser Anzug, geschmackvoll und anständig im Jahre 1805oder La herum, ist jetzt eben so veralte«, wie dcr Verfasser des Waver-ley selbst jener Zeit! Dcr moderne Leser wird gebeten, das Costiimnach seinem eigenen Gcschmacke auszufüllcn.