Druckschrift 
15 (1853)
Entstehung
Seite
327
Einzelbild herunterladen
 

327

AeiWhrsgniße nn vr. Heinrich Schnmziger.*)

1. Ermuthigung.

(1813.)

Wo der Weisheit Rosen blühen,

Bricht kein Erdcnstnrm sic ab;

Darum laß den Umnuth ziehen,

Werde froh, mein Aescnlap!

Mögen sich die Thoren zanken;

Aenderst sie nicht allzumal.

Mildre Du den Schmerz der Kranken;

Thoren heilt der Thorheit Qual.

Oft, wer Tonnen Goldes hütet,

Ist der ärmste Schach dabei;

Wer der Sklavenwelt gebietet,

Ist darum nicht selber frei.

Stark, mit heiligem Gewissen,

In der eigne» Brust den Gott,

Gleichen Muths Fortnnens KüssenStehn, und ihrer Tücken Spott;

*) Zschokke pflegte fast jeden Ncujahrsmorgen seinem treuen HauSarztcund vieljährigen Freunde einen poetischen Gruß zu übersenden. Obigesist die vollständige Sammlung davon. Schnulziger war als Menschund Arzt gleich achtungswürdig; sein ganzes Leben war ein uner-müdliches, uneigennütziges Streben, Andern wohlzuthnn. Selten warddaher auch ein Sterblicher bei seinem Tode in so weitem Umkreisvon Allen, die ihn kannten, so aufrichtig beweint. Er starb deng. August 1830.