Druckschrift 
15 (1853)
Entstehung
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315
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An Emil.

(Am Pflügst»,orgen 1888.)

Es rauschen die Zweige, die Welle» gehn;

Die Wolken schwimmen in Bergeshöhn;

Die Menschen ringen mit Lust und MnhnUnd bringen's nicht weiter und verblüh«;

Und bei dem alten, ewigen SpielSchläft mein Emil!

Er schlummert an warmer Mutterbrnst,

Des Lebens Mühen sich unbewußt;

Um seiner Jugend Morgenthor

Schwebt noch ein goldner, dämmernder Flor;

Ihn quält nicht des Lebens Geheimniß viel.

Schlaf, mein Emil!

Der scheue, goldne Flor verrinnt,

Bald tanzt unter Blumen das fröhliche Kind;Es drängt sich an Vater- und Mutterherz,

Und flüchtig verschwebcn ihm Lust und Schmerz;Es ist ihm ein Träumen der Kindheit Spiel.Schlaf, mein Emil!

Der Jüngling verschmäht den holden Traum,Ihm wird zu enge der heimische Raum;

Ihn fordert das Schicksal vom VaterhausHinaus in die Welt, in den Sturm hinaus;

Er fühlet die Kraft, er fordert das Ziel,

O mein Emil!

Der Mann gehöret dem Leben an,Soll bahnen sich seine Ehrenbahn;