Druckschrift 
15 (1853)
Entstehung
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310
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9. B e ch e r l i c d *)-

(Frankfurt a. O. 1791.)

Dcn Becher geschwungen und wieder gefüllt,

So lange den Trauben der Nektar entquillt!

Es lauten die Stimmen der Weisen bedenklich:

Hier unter dem Monde ist Alles vergänglich."

Drum trinket dcn Becher der Freude noch leer!Wcnn's immer so war'!

Chor: Wcnn's immer so war'!

Nicht immer, wie heute, nicht immer ist's so;

Wir werden des Augenblicks selten nur froh.

Und wißt ihr, ob drüben, im besseren Leben,

Es Lippen zum Küssen und Trinken wird geben?Drum trinket hicniedcn bis Alles ist leer.

Wcnn's immer so wär'I

Chor: Wcnn's immer so war'!

Wenn immer so wäre der selige Rausch,

Ich nehme nicht Kronen noch Throne zum Tausch;Was könnt' ich auf Erden mir Höheres preisenAls Liebe der Schönen, als Freundschaft der Weisen?Was wünscht' ich und hofft' ich ans Erden noch mehr,Wcnn's immer so wär'?

Chor: Wcnn's immer so wär'!

*) Die beiden Gedichte, dasBccherlicd" und die »Engel des kcbcnö",wurden von H. Zschokkc ursprünglich für seinen Freundeskreis ans derHochschule zu Frankfurt an der Oder in dcn Jahren 1791 und 1791verfaßt, später aber in die Licdcrsammlung der Gesellschaft für vater-ländische Kultur im Aargau anfginomnicn.