Druckschrift 
15 (1853)
Entstehung
Seite
302
Einzelbild herunterladen
 

302

4. Beitrag zur Statistik vom Aargau.

(Aarau 1812.)

Will Jemand den freundlichen Aargail bereifen,

Er findet wohl Vieles zu sehn »nd zu preise»:

Die Straßen sind offen, doch langer als breit;

Von Wirthshaus zu WirthshauS die Wege nie weit.

Zn Städten und Dörfern sind rüstige Leute;

Sie wären gern reicher, die Töchter gern Bräute;Man schätzet das Alter, besonders am Wein,

Doch soll es nicht also an Jungfrauen sein.

Umkränzct von Hügeln sind fruchtbare AnenVoll fröhlicher Hirten und Heerde» zu schauen;

Die Welt hat zwar Rindvieh, wohl über Gebühr,Doch Aarganer Matten, die sicht man nur hier.

Und Wälder stehn lustig in Thälcrn und Höhen.

Nie fehlt es an Jägern, wohl öfters an Rehen;Doch tanzen auch Hasen die Kreuz und die Quer',Und Lüchse und Füchse zweibeinig umher.

Die Berge zwar tragen nicht silberne HaubenVom ewigen Eise, doch bringen sic Trauben.

Und Kenner versichern, der Aarganer Wein,Begeisternder soll er als Gletscherschnee sein.

Viel pflegen gen Windisch und Habsburg zu wallen.Man hat an den reisenden Gästen Gefallen;

Doch kommen bei Tausend mit klingendem Spiel,Ihr Herren, das scheint uns der Ehre zu viel.