Heut erst sollst du, in Venedig,
Beim Gewerbe zünftig werden.
Sich, man hält hier stark ans Ordnung.
Dn bist Fremdling; fremde FuschcrDuldet meine Innung nicht.
Mancher hat eS zwar versucht,
Unsre Kunst für eigne RechnungUnd auf eigne Faust zu treiben;
Aber ungesegnet kam er,
Hui und Pfui! zur Welt hinans.
(Struzza bringt ein Kästchen, setzt cs auf den Tisch und entfernt sich.)Abcllino.
Also, Handwerksneid auch hier!
Sticht der zünft'ge Dolch denn besser,
Als des Fnschcrs gutes Messer?
Matteo
(indem er das Kästchen öffnet und einige Stiletc hcrvorzieht),Bursche, wie du albern fragst!
Fleisch ist Fleisch und Stahl ist Stahl.
Aber wer der Kunst sich weiht,
Soll sie kunstgerecht behandeln.
Junge, tritt Hera» und schau:
Dieser Dolch, — die schöne Klinge —
Strich um Strich muß dir daran,
Wer Bestellung gibt, bezahle».
Gilt cs eines Zolles Tiefe, . . .
Nicht zum Tode, nur zum Schrecken,
Forderst keck dn zehn Zechinen.
Zwei Zoll, in des Menschen Leib,
Kosten zwanzig; drei Zoll dreißig.