Druckschrift 
15 (1853)
Entstehung
Seite
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Späterhin, da das zusammenhaugslosc, grobgeschnitzte Marionct-tcnbild anch nach zehn und zwanzig Jahren sich noch auf ThaliensBretterwelt behauptete, ging er, mit einer Art schamhaften Ver-drusses, an neue Bearbeitung desselben, »in, wo möglich, dasalte Nnwerk zu verdränge», dessen beharrliches Leben weder ihm,noch dem guten Geschmack der deutschen Bkhuenvorsteher schmeichel-haft sein konnte. Er warf jedoch verdrossen anch die spätereBearbeitung wieder zurück, in der Hoffnung, daß endlich das Ver-gessenswerthe nothwcndig vergessen werden würde. Er irrte sich.Der Bandit trat auch nach dreißig Jahren, selbst auf einige»großer» Bühnen, frischerdings hervor. Dies bewog de» Verfasser,die spätere Bearbeitung erscheinen zu lassen, um wenigstens seiner-seits zu beweisen, daß er dem guten Geschmack eine Sünde abzn-bitten, mit voller Neue geneigt sei.

Ob die Abbitte keine neue Sünde sei, mögen Andere entschei-den. Er glaubte zum mindesten den alten, vcrzeichncten Holz-schnittsignrcn menschlichere Gestaltung und reinere Haltung gegebenzu haben. Das Beste zur Sache würden, hoffte er, die Künstlerauf der Bühne hinznfügcn müssen.

Nebenbei aber wäre zu wünschen, daß dann diese auch nichtden vcnedischen Adel in altdeutschen Hüten, spanische» Wämsernund ungarischen Hosen zur Schau bringen möchten; zumal die ge-setzliche Tracht der Nobili von Venedig, so lange die Republikbestand, allerdings etwas Würdcreiches, wenn anch Einförmiges,hatte. Die in Aristokratien heimische Eifersucht, welche Allesleichter, als Auszeichnung eines ihrer Glieder erträgt, verbot denEdcln der Lagunenstadt, anders, als im langen, schwarzen, talar-artigen Rock, der bis auf die Füße nicdcrfiel, vorn herab mitPelzwerk verbrämt, um den Leib einen breiten, mit silbernenSchildchen verzierten, Gürtel, und die lange venetianischc Mützenuterm Arm, zn erscheinen. Nur die Nathsglicder höher» Ranges,