Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
443
Einzelbild herunterladen
 

443

erklärend'), nahm er in seinen Verhältnissen zu Polen gegen denOrden in Preußen eine Stellung ein, die für diesen keineswegs dengefaßten Hoffnungen entsprach. Selbst der Streit zwischen den bei-den Meistern konnte nicht beschwichtigt werden und so ging die kurzeRegierungszeit Albrechts vorüber, ohne daß er dem Orden inDeutschland irgend welche Beweise von besonderer Gunst gegeben.

Auch unter Albrechts Nachfolger, dem Röm. König Fried-rich III. hören wir lange Zeit nichts von besonder» Freiheiten undBegünstigungen für den Orden, denn selbst in dem ihm im Jahre1443 ertheilten Bestätigungsdiplom über alle seine Privilegien undGerechtsame sind es nur die alten Vorrechte und Freiheiten, die ihmvon neuem zugesichert werden"). Wie bedeutend Friedrich sogleichim Anfang seiner Regierung und dann fort und fort mehre Jahr-zehnte hindurch in die damaligen Streithändel des Ordens in Preu-ßen eingriff, können wir hier unerörtert lassen"). So wenig aberwie hier, vermochte er auch in Deutschland den Orden gegen dieunbefugten Eingriffe der Westphälischen Femgerichte in seine Frei-heiten in keiner Weise sicher zu stellen. Wir hören, wie bald dieKomthure zu Heilbronn und Winnenden im Jahre 1447 in einerStreitsache vor einen Stuhl des heimlichen Gerichts vorgeladen wer-den und wie bald auch der Statthalter des Deutschmeisters undKomthur zu Mergentheim Jodocus von Venningen sich beschwert,daß er nicht zum Kapitel nach Frankfurt kommen könne, weil ihmgemeldet sei, daß der Mann, mit dem er im heimlichen Gericht zuthun habe, sich in Würzburg befinde, wo er ihm nach Leib, Ehreund Gut trachte'). Selbst auch noch in späterer Zeit findet sichder Statthalter der Ballci Franken Wolfgang von Jsenhofen genö-thigt, den Schutz des Markgrafen Friedrich von Brandenburg gegenden Stuhlherrn zu Frcienhagen anzurufen, weil dieser einen Hinter-sassen des Hauses Ellingen durch einen Ladungsbrief vor sein Ge-richt geladen habe").

') Boigt VII. 724.

Das Diplom, dat. Frankfurt a. M. 18. Juli 1442 im Archiv zu Kö-nigsberg. Histor. diplomat. Unterricht nr. 22. 6Iimel Regesten des Röm.Kings Friedrich, 87.

") Darüber ausführlich Voigt VIII. 1. ff.

') Schreiben des Hochmeisters an den Deutschmeister, dat. MarienbnrgDonnerst, vor Palmar. 1147.

°) Brandenburg- Usurpat.-Gesch. x. 99.