Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
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239
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Ludwig von Lause und dein Komthur zu Mainau, die zu solcherErbitterung führten, daß auch die dahin gesandten Visitirer sie nichtmehr beschwichtigen konnten und die Komthure zu ihrer Sicherheitgegen die Drohungen des genannten Kointhnrs nicht ohne schwereKoste» und zum Nachtheil der ganzen Ballei starke Besatzungen inihre Hauser aufnehmen mußten, bis endlich die Ritterschaft vomSauet Georgsschild zu Walksee dazwischen trat, um die zum Theildurch die zngewandten Güter ihrer Vorfahren und Verwandten ge-gründete Ballei vom gänzlichen Verderben und Untergang zu retten.Und einige Jahre darauf, nachdem dieser Streit beigelegt war, ge-ricth der Landtomthur in eine heftige Fehde mit den Bürgern derStadt Basel, die wegen eines Ueberfalls der mit der Eidgenossen-schaft verbundenen Stadt Rheinfelden sich nicht nur des Ordens-hauses Buckein bemächtigten, sondern auch mehre Höfe und Dörferplünderten, niedcrbrannten und viele Ordensgüter verwüsteten. Daschrieb in diesem unglücklichen Jahre 1449 der Landkomthur Burchardvon Schellenberg dem Hochmeister: „Wir haben eine lange Zeit unsund die Ballei mit Armnth und großem Kummer aufgehalten undhaben auch dem Deutschmeister unsere Klagen und den verderblichenSchaden der Ballei vorgelegt, ihn flehentlich bittend, solchen Scha-de» anznsehen und wegen der Schulden, welche die Ballei dem Hoch-meister und dieser wieder dem Deutschmeister zahlen soll, Nachsichtzu haben und Aufschub zu gestatten. Wir haben aber bei ihmund dessen Gebietigern keine Gnade gefunden. Wir hoffen, daß sichmit Wahrheit finden soll, daß solch Verderben, das der Ballei zu-gefallen ist, durch unser Regiment nicht geschehen sei." Als einigeJahre nachher ungeachtet dieser Klage der Hochmeister den Land-komthur dennoch zur Führung seines Krieges in Preußen zu einerGeldbeisteuer aufforderte, antwortete dieser: die verlangte Summesei bei dem traurigen Zustande der Ballei zu leisten unmöglich. „Soich ja bisweilen Geld erfahre, fügt er hinzu, so vermag ich die Leutenicht zu vergüten, noch Wehrschaft zu leisten, denn der Mehrtheilunserer Güter ist an gute Freunde versetzt und verkümmert und binin Sorgen, die Meinigen verlassen zu müssen." Um den Meisternur einigermaßen zu befriedigen, konnte man in der Ballei mit allerMühe 2000 Gulden nur dadurch aufbringen, daß man alles nochübrige Silbergeräthe, Kleinodien, Baarschaften und Alles, was mansonst ererbt und erübrigt hatte, aus allen Häusern zusammeuschoß.