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1 (1857)
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wohl am Kaiserhofe wie an denen der Fürsten immer von Bedeu-tung. Am Rom. Hofe hatten von Alters her die Balleien j„Deutschland ihre Angelegenheiten und Geschäfte meistentheils durchbesondere Abgeordnete und Geschäftsträger besorgen lassen'), wes-halb der Deutschmeister zur Unterhaltung des Procurators des Or-dens in Rom nichts beiznsteuern Pflegte. Erst in einem Gros-Kapitel im Jahre 1499 wurde darauf angetragen, daß der Procu-rator forthin nicht mehr ohne Zustimmung der Meister von Deutsch-land und Livland ernannt werden und auch verpflichtet sein solle,diese beiden Lande am päpstlichen Hofe zu vertreten. Seitdemtrug auch der Deutschmeister einen Theil zur Unterhaltung dessel-ben bei 2 ).

In allgemeinen Ordens-Angelegenheiten, z. B. für die Bestäti-gung der Ordens-Privilegien am kaiserlichen oder päpstlichen Hose,leistete zu bedeutenden Ausgaben auf des Hochmeisters Aufforderungauch der Deutschmeister eine gewisse Beisteuer. Ward er zu einemHülfszuge nach Preußen anfgerufen, so zeigte er sich in früher»Zeiten, wenn nicht wichtige Umstände hinderten, stets dazu bereitund nicht selten unter bedeutenden Opfern seiner Balleien. Nochim Jahre 1419 kostete ein solcher Kriegszug der Ballei Franke»allein eine Summe von 5000 Gulden, und im Verhältnisse steuerte»auch die andern Balleien bei. Späterhin als der Orden auch i»Deutschland schon sehr verschuldet und verarmt dastand, mußte derHochmeister, wenn er eine Beihülfe verlangte, sich zuvor förmlichverpflichten, dein Deutschmeister den Betrag der Kosten zu ersetze».So stellte er im Jahre 1454 zur Deckung der von diesem und seine»Gebietigern auf einen solchen Zug verwandten Summen seine vierKammer-Balleien zum Pfände ein. Und war der Deutschmeister,wenn er ersucht wurde, für den Hochmeister Geld anfzubringen, nichtimmer bereitwillig, so trat dieser mitunter wohl auch mit einerscharfgebieterischen Sprache gegen ihn auf. „Wir bitten Euch mitganzem Fleiß," schrieb er ihm im Jahre 1455, „wir befehlen Euch

') So geschah es im I. 1471 durch den Bischof Dietrich von Samlinü,für den die Balleien des Deutschmeisters 100 Gulden zusammenbrachten. Schrei-ben des Deutschmeisters an den Bischof, dat. Mergentheim Dienst, nach Andrei1471. Später (1500) gab das Deutsche Gebiet 200 Gulden für den Proc»-rator.

0 Kapitelschluß vom I. 1499 im Reichs-Archiv zu Stuttgart. Schreibe»des Deutschmeisters, dat. Horneck Freitag nach Misericord. 1500.