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1 (1857)
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dieser Einkünfte stand dem Diöcesan-Bischöfe durchaus kein Rechtzu. Als es einst der Erzbischof Walram von Köln unternahm, dieEinkünfte der unter dem Patronate des Ordenshauses zu Ramers-dorf stehenden Kirche in Olm an Getreide und andern Früchten mitBeschlag belegen zu lassen, trat ihm der dortige Komthur im Namendes Ordens mit der Erklärung entgegen: kraft päpstlicher Privilegienhätten die Gebietiger des Ordens die Vollmacht, in den ihrem Pa-tronate untergebenen Kirchen Priester aus ihrem Orden anzustellen,um den Gottesdienst abzuhalten und die Seelsorge auszuüben. Wasvom Früchtenertrag noch übrig bleibe, könnten sie sich zucignen undzu ihrem Bedarfs verwenden. In diesem Besitze sei der Orden seitMenschcngcdenken ungestört und ruhig geblieben und nie ihm jemanddarin entgegengetreten').

An Ackerland besaßen manche Ordenspfarren nicht mehr alsmit einem Pfluge bebaut werden konnte^). Doch finden wir dieseAngabe in einer Zeit, wo von dem früher» größern Besitze vielleichtschon Manches verkauft und verloren gegangen war. Es gab auchOrdenskirchen von ungleich reicherem ländlichen Besitze. Wir sahenschon früher, wie reich die zu Weimar durch zahlreiche Schenkungenmit Landeigenthum und zugewicsenen Lehengütern als Allodien aus-gestattet dastand; ihr freier Landbesitz war so bedeutend, daß sie füreine der begütertsten in der ganzen Ballei gelten konnte, so daß derdortige Ordenspfarrer sich häufig auch Komthur und seine Ordens-pfarre wohl auch ein Ordenshaus nannte, wenngleich sie keinen Con-vent hatte. In gleicher Weise gehörten auch zur Ordenspfarre zuReichenbach sehr ansehnliche Liegenschaften.

Aus seinen Einkünften bestritt der Ordenspfarrer, wie beiSchenkungen und bischöflichen Bestätigungen oft ausdrücklich bestimmtward, seinen und seiner etwa beigeordneten Geistlichen standesmäßi-gen Unterhalt, die Bedürfnisse seines Hauses und seiner Kirche, dieVerwaltungskosten des Kirchengnts, die Pflege der Kranken undSchwachen in den Hospitälern, sowie auch was der Diöcesan-Bischof

außerdem 90 Zinshnhner, 8 Gänse, 2 Lämmer, Wachs u. a. Die Ordenspfarrezu Eger hatte au Geld- und Getreidezius 744 Gulden, 69 Fastnachtshühner,60 Gänse, 174 Herbsthühner, 21 Käse und 15 Schock Eier, dann noch Pacht-gelder von Gärten, Wiesen und eine sogenannte Pietanz von 88 Gulden.

') Urk. des Komthnrs zu Ramersdorf im Arch. zu Sachscnhausen. Vgl.Sncksn. IV. 884.

r) Visitationsbericht vom I. 1448.