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1 (1857)
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stürmischen Leben, auf das er mit tiefer Reue zurückblickte, der Land-graf Konrad, Ludwigs des Heiligen zweiter Bruder, in die Ordens-verbrüdernng ein') und alsbald erfolgte auch die Entscheidung. Erverschaffte dein Orden nicht nur die Aufsicht und Verwaltung desHospitals, sondern mit seinem Bruder Heinrich vereint, mit demer dem Orden einige Jahre zuvor schon das Dorf Meldrich nebstdessen ganzer Feldmark geschenkt hattet, eignete er ihm jetzt aucheinen ansehnlichen Güterbezirk in der Gegend von Marburg zu undübertrug ihm zugleich das Patronat über die dortige Kirche, Allesmit unbeschränkten Freiheiten und Rechten, frei von allen Abgabenund Leistungen, außer einem Zins von zwei Mark Silber an denDiöcesan, den Erzbischof von Mainz °). In vier Dörfern umfaßtedie Schenkung 70 Hufen Landes im Betrage von 300 Mark Sil-ber, dazu noch sämmtliche Güter in zwei anderen Dörfern nebst einerMühle am Hospital zu Marburg. Vornehmlich begriff sie auchdie Hälfte des Erbguts zu Griffstädt in Thüringen, welche Konraddem Orden überwies und wo seitdem eine besondere, zur BalleiHessen gehörige Komthurei zu Griffstädt entstand^). Der da-malige Deutschmeister Heinrich von Hohenlohe, in dessen Gegenwartzu Homburg die Schenkung geschah, erhob nun Marburg zum Sitzeines Komthurs mit dem Rang eines Landkomthurö über die ganzeBallei Hessens.

So hatte fürstliche Gunst dein Orden schon um diese Zeit inHessen einen nicht unbedeutenden Gütcrbesitz entgegengebracht °). Nach-dem die erwähnte Schenkung vom Papst Gregoriuö IX. bestätigt

0 Voigt Geschichte Preußens II. 375 ff.

-) Die Schenkung geschah 1231. Onckon. III. 1103.

'') diiäoii. IV. 876. IVürcktavoin vioe. Llognut. III. 310. EntdeckterUugrund S. 37. Bestätignngsbnllc Gregors IX in Histor. und Rechtsbegr.Nachricht nr. 31.

") ducken. IV. 877. Ileunos 102. Histor. und Rechtsbegr. Nachrichtur. 35. Die schöne Kirche zu Griefstedt hat noch die Wappen von 40 ehemali-gen Kointhnrcn.

Wir finden als ersten Konithur von Marburg 1236 Winrich genannt,ducken. IV. 1051. Jnsti Vorzeit 1823 S. 124. Eine alte Legende von derheil. Elisabeth im N.-Archiv zu Wien setzt die Ankunft des D. Ordens in Mar-burg ins I. 1233.

Der Verfasser des Entdeckten Ungrnnd S. 41 läßt sich über den dama-ligen Territorialbestand ausführlich aus und eine Karte erleichtert die Uebersicht.