vor ihrem Hinscheiden aber bestimmte sie, daß die Verwaltung derganzen Stiftung dem Deutschen Orden anvertraut werden solle undbeauftragte ihren Beichtvater, diesen ihren Willen nach ihrem Todezu vollziehen'). Als sie nun im Jahre 1231 das Zeitliche gesegnet,schritt jener zur Ausführung des Auftrags. Allein die fromme Für-stin hatte übersehen, daß ihr zu solcher Neberweisung keine Rechteauf Grund und Boden der Stiftung zustanden ^). Nicht nur derErzbischof Siegfried von Mainz, der wegen der Vergabung nichtzuvor befragt war, erklärte sich dagegen H, sondern auch die Land-grafen Konrad und Heinrich Raspe, der Oheim und Vormund desjungen Landgrafen Hermann, Sohns Ludwigs des Heiligen, thatenEinspruch, verweigerten die Einwilligung zur Uebergabe der Stiftungan den Orden, wandten sich mit einer Beschwerdeschrift an denPapst'*) und das mildthätige Werk der frommen Fürstin schien fastdem Untergange nahe. Dem beugte aber Konrad von Marburg da-durch vor, daß, wahrscheinlich nach des Landgrafen Konrads Rath,einstweilen zwei Provisoren über das Hospital angeordnet wurden,die im Namen des Deutschen Ordens die Verwaltung führten.Zwar traten nun auch die Johanuiter-Ritter mit Ansprüchen an dasHospital hervor, auf Versprechungen vom Erzstift Mainz gestützt.Allein das Urtheil des vom Papst angeordneten geistlichen Gerichtssprach gegen sie°) und die Franciscaner, denen die Stiftung zuerstzugewiesen worden, blieben noch im Besitz.
So standen die Dinge im Jahre 1234. Da trat nach einem
') Histor. und Rechtsbegründ. Nachricht.
") Die Landgrafen sagen in ihrer Beschwerde an den Papst: das Hospitalin dsroüitste nostra siturn est, ita, gnoci nee nnnin agrum badet vsl daduit,gui act nos euin aroa, in gna ipsnin eäiüeatnin est, ex Parts patris nostrinon Asvenisset. 6nin vero tarn ex sna siinxlioitats, ynain körte ex gnornin-üain xtnlto eonsilio prelatnnr dospitale assi§narot lratridns dospitalis Nero-sol^nntani, nos kaeto eins nroäis onrnidns eontraäixiinns pro eo, gnoä nidiliuris tam in aroa, gnain in aliis, gno snpraäieto dospitali 8. Ikranoisoi as-siguaverat, nisi ^nainäin viverst, ipsi a nodis Mit assignatnm. Urk. inHistor. und RechtSbegr. Nachricht nr. 31.
') Urk. dat. Nognntis Vl. Val. rpn§. 1232.
''s Urk. in Histor. und RechtSbegr. Nachricht nr. 31.
Entdeckter Ungrund n. s. w. S. 38, Histor. und RechtSbegr. NachrichtUrk. nr. 32. Einiges darüber Rommel I. 292. Der Ausspruch Konrads vonMarburg vom I. 1232 in Histor. diplomat. Unterricht, Urk. nro. 187.