226
Hauptsächlich auf grofsen Höhen erzeugen dieGewässer merkbarere Wirkungen; da sie dort ge-schwinder fliefscn, so haben sie auch mehr Kraft.Tcbrigens kann es wohl möglich seyn, dafs dieGewässer anfänglich häufiger waren, als jetzt, undalso ihre Masse ihre Kraft vermehrte. Hr. vonHumboldt hat oft die Meinung geäuisert, dafs dieFlüsse ehedem unvergleichlich mehr Wasser führ-ten, und er hat unztveydcutige Spuren ihrer vor-maligen Ufer in Höhen bemerkt, die sie nicht mehrerreichen.
Er glaubt, dafs verschiedene derselben jenegrofsen Betten inne hatten, in deren Mitte ihr jez-ziger Pafs ausgegraben ist, und welche wir (§. 5 a)als Thäler der Ebenen dargestcllt haben: in derTliat ist der Boden jener grofsen Betten meistensdurch an- und aufgcschweinmtes Land von der-selben Beschaffenheit gebildet worden, als dasjenigeist, welches der jetzige Flufs beym gewöhnlichenAnschwellen abselzt oder absetzen könnte.
Schätzung der Macht der Kräfte, welche zurAushölung der Thäler mit wirken.
§. 89. Allein, kann ein "Wasser - Strom dasBett, in welchem es fliefst, aushölen und vertiefen?Aufser dem, was wir von den Wirkungen der mes-senden Gewässer auf die Felsen gesagt haben,will ich noch zum Beweis ein Beyspiel anführen,welches sich unmittelbar auf unsern Gegenstandbezieht. In den Graniten des hohen Vivarais, nachden Quellen der Ardeche hin, hat man verschie-dene tiefe Thäler: in einigen, nämlich in den Thä-lern von Montpezat, Jaujac, Anlraigues u. s. w.und zu einer sehr neuen Epoche im "Vergleich mitden durch verschiedene Denkmäler der Pilalur in