47
Von Nebel oder Regen herabfallen. Wenn' dieRegion, in welcher die Auflösung der Wolken inRegen geschiehct, unter der Temperatur des Ge-frierpunctes ist, so cristalhsiren sich die Kügelchenbey ihrer Vereinigung zu spitzigen Nadeln, welchedurch ihre Zusammenhäufung Schneeflockenbilden. Wenn die Tropfen bey ihrem Herabfalleneinen grofsen Kälte-Grad durch die Ausdünstungoder durch eine andere Ursache erleiden, so gehensie in Eis über und erzeugen Hagel.
Die Ursache, wodurch der in der Atmosphäre ver-breitete Dunst die Bläschen-Gestalt annimmt, ist unsdurchaus unbekannt. Weil der Dunst nichts anderes»als durch die Wärme in Flüssigkeit erhaltenes Wasserist, so war es natürlich zu glauben, dafs eine Vermin-derung der Wärme die Ursache jener Erscheinung seynkonnte; allein es ist nicht so. Ich habe mich oft inSchichten der Atmosphäre zu der Zeit, als sich Wolkenbildeten, befunden, und das Thermometer erlitt keineVeränderung; ferner, sieltet man oft nach einer sehr hel-len Nacht, sobald die Sonne die Erde wieder erwärmthat, den Himmel sich bewölken, sodann bey Sonnen-untergänge seine vorige Heiterkeit wieder annehmenund so einige Tage nach einander fortfahren. Uebri-gens bewirkt die Erkältung in einer Luftschicht: denin der Atmosphäre enthaltenen Dunst als Tliau nieder-zuschlagen , allein sie bringt keine Wolken hervor.Der Zustand des Wassers in den Wolken selbst istschwer zu erklären, und man begreift mit Mühe, wieDunstbläschen, deron Hülle Wasser ist, und die mitder Luft, in welcher sie sich bilden, angefüllt sind»von demselben specilischen Gewichte als diese Luft seynkönnen. Man kann nicht sagen, dafs die im Innern, der Dunstbläschen befindliche Luft, welche mit Dunstgesättigt ist, leichter sey: denn die die Wolke umge-
bende Luft ist fast immer in demselben Zustande derSättigung. Betrachtungen über die Anzielnmgs - Kraftder Kügelchen haben Ilrn. Laplace zu dem Schlüsse ge-führt; dafs ein Wasserstreifen von geringerer Dick«,