mußte er wohlhabend werden, und an Gütern und Machtalle andere Stande überwachsen, da er ohnehin immerder zahlreichste war. Seine Geistlichkeit überwuchs er anKenntnissen, und das Priesterregiment endigte, nachdemes ein Jahrtausend bestanden, in der Reformation. Sei-nen mächtigen Lehnadel, der den Boden unter sich ge-theilt, überwuchs er, sobald er die Mischung von Sal-peter, Schwefel und Kohlen erfunden, und durch dieEinführung einer elastischen Flüssigkeit in die Kriegskunstdie ganze Kriegseinrichtung der Nation geändert hatte.Als er nun zugleich die Druckcrey, die Posten und dieZeitungen erfunden, und hierdurch jenen schnellen Aus-tausch der Ideen und der Kenntnisse möglich gemacht, wel-cher der Gesellschaft ihre jetzige Farbe gegeben, so stander als der einzige Stand da, der die andern in sich aus-genommen. *)
*) Ein geistreicher Schriftsteller (dePradt) meint, die Verbin-dungen unter den Menschen und der schnelle Austausch derIdeen und der Güter mache Alles (Iss coininuuicAtioris konrrour). Allesdings ist hierdurch das große Tauschsystem ent-standen, wodurch sich die Gesellschaft in die verschiedenenTätigkeiten getheilt hat. Allein den Grund hierzu hatdie große Sicherheit der Personen und des Ei-genthumes gelegt, so in den letzten Jahrhundertengrößer gewesen, als in irgend einer früher» Periode derGeschichte, wie jeder gestehen muß, der die Geschichte inUrkunden gelesen. Diese Sicherheit ist aber eben durch denwiles pstperuus und durch die neuere Einrichtung der Heereentstanden. Bey der früher«, wo alles auf Lehn - und Dienst-miliz beruhte, war diese nicht möglich, da die oberste Ge-walt immer in die Abhängigkeit der Mittelmacht kam, undder Kaiser in die seines mächtigen Lehnadels. Erst als sichaus diesem Lehnadel auf dem Wege der Landeshoheit eineneue oberste Gewalt gebildet, und geschlossene Territorien