aus dem Gutsverbande war die zweyte. Der Bodenkonnte sich nun iheilen und in die Hände des kleinenBauern gehen. Hohe Grundsteuern bringen aber immerden Boden in die Hände dessen, dem er am meisten trägt,und oer den höchsten Pacht davon zu geben im Stande ist.Ans dem Pächter wird aber in 10 Jahren immer einEi-genthümcr, sobald der Boden sich theilen kann.
Wenn man auch annehmen will, daß der Ausdruck.:„ von dem kundlich schlechten Zustande des Landes," einerhetorische Figur war, so sich einmal herkömmlich in je-dem Landtagsabschiede befinden mußte, so ist doch nichtzu leugnen, daß das Herzogthum Westphalen in diesemJahrhunderte, ungeachtet der hohen Steuern, an Wohl-habenheit und seine Einwohner an Thätigkeit zngenom-me» haben. Die Thätigkeit der Einwohner ist aber ge-,rade dasjenige, was die Wohlhabenheit eines Landes be-stimmt. Nicht das bestimmt die Wohlhabenheit eines Lan-des, daß man keiue Steuern bezahlt, Dennwenn dieses wäre, so müßte Westphalen im vorigen Jahr-hundert steinreich 'geworden seyn, da es, wenn man dieSteuer jährlich nur zu 20000a Rthlr. rechnet, in 10aJahren 20 Millionen an Steuern erspart hat. Das Ber-gische hingegen müßte ganz arm geworden seyn, da die-ses im vorigen Jahrhundert zwischen 20 und 30 Mill,Thaler an Steuer bezahlt hat, wie solches in Nro. 83 .der Staatszeitung gezeigt worden ist.
Ebenfalls müßten alle privilegirten Stände sehr reichseyn, da sie am Rheine während eines Zeitraums von130 Jahren keine Grundsteuer gezahlt haben. Jndeßscheint die Erfahrung das Gegentheil zu beweisen, da