286
vinzen die Accise immer unvollkommen geblieben ist, undwo man selbst im Jahre 1819 noch nicht wußte, wieviel Caffee, Kochzucker, Rosinen u. s. w. waren geschmug-gelt worden, obgleich man nach den oben ange-führte« Bemerkungen der Staatszeitung ver-muthen mußte, daß von vielen Artikeln viel-leicht die Halste war geschmuggelt worden.
So viel ist aus der Fridericianischen Accise-Einrich-tung bekannt, daß der Caffee 300000 Thaler einbrachre,als man 6 Groschen aufs Pfund erhob. Hingegen brachteer 500000 Thaler ein, als man die Abgabe auf dieHalste stellte, nämlich auf drey gute Groschen. Im er-steren Falle waren an der königlichen Jollsiatte 1 Mill.200000 Pfund Caffee erschienen, und im letzter« Falle4 Mill. Pfund. Wo also 6 Ggr. vom Pfunde gehobenwurden, waren wahrscheinlich 2 Mill. Pfund auf den Pri-varzollämtern eingegangen, denn die Leute hatten dochCaffee getrunken eben wie vorher.
Bey dem Steuergesetz vom 26. May ist das aberunstreitig der gröste Fehler, daß der Tarif viel höher istals das Gesetz. Das Gesetz bestimmt, daß nicht mehrals 10 p. C. vom Werth der Maaren als Verbrauchsieuersoll bezahlt werden — und der Tarif nimmt vom Zucker,dessen Werth kaum 7 Ggr. ist, 1 Ggr. 9 Pf. Verbrauch-sicuer. Dieses ist gerade 25 p. C. oder ein Viertel seinesWerthes, und zwar von einem Artikel, der nach denTabellen fast ein Drittel der gesammten Accise einbrachte,und dessen richtige Behandlung auch fürs Kasse-Inter-esse viel wichtiger war, als die richtige Besteuerung der