Druckschrift 
Ueber Preußens Geldhaushalt und neues Steuersystem
Entstehung
Seite
285
Einzelbild herunterladen
 

285

daß keiner ein Interesse dabey hat, sie auf einem Neben-wege einzuführen. So durften für die drey westlichenProvinzen die Satze für Zucker und Caffee nicht über ei-nen halben Groschen aufs Pfund betragen, wenn mandie Linie nicht dichter besetzen wollte wie jetzt. Eben-falls müßte man gleich den ganzen Salzhandel darangeben, denn dieser bildet eben eine stehende Pflanzschulefür den Schleichhandel, die ihre geübteren und klü-geren Glieder stets an den Zucker- und Caffeehandel ab-gibt, indeß sie andere wieder anlernt, besonders Kinderund Halbweg erwachsene Knaben, denen man noch nichtsGroßes anvertrauen mag.

Hatte man auf diese Weise eine genaue Uebersichtüber den Verkehr dieser Provinzen gewonnen, so konnteMan beurtheileit, welche Zollsätze man verstärken könne,ohne daß Contrebande entstände, und entstand nachherdoch Contrebande, so hatte man nachher immer einenMaaßstab, woran man die Größe derselben prüfen konnte, nämlich die früherN Hebungen.

Denn oft ist auch das Geschrey über Contrebandeviel größer als nöthig allein die Regierung wird im-mer in ihrem Urtheile ungewiß, wenn sie so viele wider-sprechende Meinungen hört, und nun keinen Maaßstabhat, mit dem sie entscheiden kann, in wie fern diesewahr und in wie fern sie übertrieben sind.

Da man es versäumt hat, dem Gesetze diese solideGrundlage zu geben, so wird man seine Fehler wohlfühlend immer aufs .ungewisse an ihm herumprobiren,bald dieses, bald jenes an ihm andern es im ganzenaber so unvollkommen lassen, wie in den östlichen Pro-