Als sich der Churfürst Friedrich 111. im Jahr 1701zu Königsberg die Köuigskroue aufsetzre, so nahm alleseinen größer» Schnitt an, und für den Staat beganneine neue Periode. Denn obgleich Preußen damals inHinsicht der Volkszahl nicht viel bedeurcnder war, alsjetzt die Königreiche Würtemberg oder Hannover, so ent-wickelte sich doch schnell seine Macht, da es in seinemGeldhaushalr eine größere Ordnung eingeführt als alleübrige regierende Hauser in Deutschland; und da es dasGlück hatte, daß ihm eine seltene Reihe Erbfürften ge-boren wurden— und unter denen einer, nach demsein Jahrhundert sich nannte.
Friedrich Wilhelm I. ein Fürst von heftigem Ge-müthscharakter, dabey aber von strengen Sitten undgroßer Sparsamkeit, legte dadurch den Grundstein zuFriedrichs 11. Größe, daß'er die Finanzen neu ordnete, undeinen bedeutenden Schatz sammelte. Zn dieser neuen Ord-nung der Finanzen gehörte auch die neue Ordnung derVcrvrauchsteuern, so er unter dem Namen der Acciseim Jahr 1720 einführte. — Seine Abneigung gegen denLurus machte, daß er alle die Gegenstände, so aus demAuslände kamen, und die er sammtlich für überflüssighielt, hoch besteuerte, obgleich die meisten früher freygewesen sind.
Dieses Accisesysiem bestand von 1720 bis 1766, woFriedrich der Große an seine Stelle die sogenannte Regieeiuführte, bey der der Handel mit Caffee, Taback undvielen andern Gegenständen ausschließend für Rechnungdes Königs getrieben wurde. Nach und nach waren 500Artikel mit der Regie verbunden, d. .h., daß sic blos von