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Ueber Preußens Geldhaushalt und neues Steuersystem
Entstehung
Seite
206
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Sie sagt nämlich im loten Stücke:

Mau könnte fragen, warum beym neuen Verbrauch-steuersysieme nicht die Sätze des alten Accisesystems bey-behalten worden, da, wenn die Regierung reich genugsey, Abgabe» zu mildern , man eher Steuern, die dengemeinen Mann unmittelbar treffen, hätte herabsetzenkönnen? Darauf läßt sich indeß zweyerley antworten.Erstens trägt die Gewohnheit sehr viel dazu bey, daßStenern leichter ertragen werden. Wenn durch Mißerndtenin Westindien, durch schlechte Weinjahre, durch Unsicher-heit des Handels, selbst durch bloße Spekulationen Jucker,Caffee und Weine ohngefähr um den Betrag der altenAbgaben steigen: so fügt man sich darein ohne großeSchwierigkeit, weil man nur der Nothwendigkeit nachzu-geben glaubt. *) Wenn aber eine Abgabe plötzlich diePreise solchergestalt erhöht, so fühlt man sich gedrückt,weil man für Willkühr hält, was von der Ansicht desStaatswirthes aus nicht minder dringender Nothwendig-keit seyn kan». Dies Gefühl wollte man in den neuenProvinzen mildern, und mußte darum schon auf mäßi-gere Sätze herabgehen.

Noch mehr aber kam es zweytens darauf an, denSchleichhandel minder lohnend zu machen, und dadurch

') Das ist es. Die Abgaben sind allerdings schwer, sagt derarme Richard, allein wenn wir sonst keine, als die an dieObrigkeit, zu zahlen hätten, so wollten wir wohl fertig wer-den. Wir haben aber noch ganz andere, die uns viel schwe-rer fallen. Unsere Faulheit, zuin Bepspiel, nimmt uns zwey-mal mehr ab als die Obrigkeit, unsere Eitelkeit drepmal undunsere Tborheit viermal mehr. Don diesen Abgaben kan»uns kein Landesdeputirter befreyen.