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Ueber Preußens Geldhaushalt und neues Steuersystem
Entstehung
Seite
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Man sicht, daß bey einer Vermehrung der Grund-steuer von 6 Millionen, die Provinz Sachsen, die in je-der Hinsicht an Stcuerüberbürdung zu leiden scheint, nochum lovoo Thaler herunter kommt. Und daß Jülich-Cleve-Berg nur um 7000 Thaler herauf kommen. *) Ebenfalls,daß Niederrhein und Westphalen nicht mehr als um 2bis 300000 Thaler in ihrem jetzigen Steuerquamo in dieHöhe kommen. **)

Schlesien hingegen kommt um i Million in die Höhe.Doch ist dieses nur scheinbar, denn da die Grundsteuerimmer auf denselben Geldsätze» stehen geblieben, wieFriedrich der Große sic im Jahr 1740 festgestellt, so istsie in ihrem eigentlichen Werthe gesunken, und beträgt

») Das linke Rheinufer bezahlt zu wenig. Allein bas rechteist sehr überbürdet, und hilft das linke übertragen.

**) Die Provinz Niederrhein bezahlt dcßwcgen 227000 Thalerzu wenig, weil der gröstc Theil der Provinz auf dem linkenRheinufer liegt, wo, wie schon angeführt, die Grundsteuerniedriger ist, als auf dem rechten Rheinufer. Die ProvinzWestphalen bezahlt 298000 Thaler zu wenig, weil bey derBeugnvtschcn Grundaufnahme im Jahr 1809 ein 3 tel des ge-lammten Bodens verschwiegen worden, welches der Finanz-minister nickt bemerkte, da es ihm so sehr an den nöthigenmathematischen Kenntnissen gebrach, daß er nicht einmal dieGroße der Provinz nach den Le Coqscben Carten berechnenließ, um so zu erfahren, wie viele Quadratmeilen und wieviele hunderttausend Morgen sie enthalte.

Von der angegebenen Morgenzahl war nun noch außer-dem der Reinertrag so niedrig angesetzt, daß er kaum dieHälfte des wahren Reinertrags betrug. Auch dieses rührtedaher, daß es dem Finanzministcr an Kenntnissen des Ge-schäfts fehlte, und baß er es versäumte, alle Kaufbriefe undalle Pachtsbriefe aufnebmen zu lassen, um so feste und ge-naue Vergleichungspunkte für die Abschätzungen zn erhalten.