Druckschrift 
2 (1859) Der zerbrochene Krug; Das Käthchen von Heilbronn; Prinz Friedrich von Homburg; Die Herrmannsschlacht
Entstehung
Seite
395
Einzelbild herunterladen
 

Erster Akt. Dritter Auftritt.

395

U»d will mit diesem Wort, das glaubt mir, mehr, als eurenVerletzten Busen höflich bloß versöhnen.

Die Zeit stellt, heißen Drangs voll, die GemlltherAuf eine schwere Prob'; und manchen kenn' ich besser,

Als er in diesem Augenblick sich zeigt.

Wollt' ich ans Erden irgend was erringen,

Ich würde glücklich sein, könnt' ich mit Männern mich,

Wie hier um mich versammelt sind, verbinden;

Jedoch, weil Alles zu verlieren bloßDie Absicht ist so laßt, begreift ihr,

Solch' ein Entschluß nicht wohl ein Vnndniß zu:

Allein muß ich in solchen: Kriege stehn,

Verknüpft mit niemand als mit meinem Gott.

Tlhnis Ir o m a r.

Vergieb mir Freund, man sieht nicht ein,

Warum nothwendig wir erliegen sollen;

Warum cs soll unmöglich ganz,

Undenkbar sein (wenn es auch schwer gleich sein mag),

Falls wir nur sonst vereint nach alter Sitte wären,

Den Adler Roms in einer muntern SchlachtAus unscrm deutschen Land hinwegzujagen.

H e r r m a n n.

Nein, nein! das eben ist's! der Wahn, Thuiskar,

Der'stürzt just rettungslos euch in's Verderben hin!

Ganz Deutschland ist verloren schon,

Dir der Sicambern Thron, der Thron der Kattcn dir,

Der Marsen dem, mir der Cherusker,

Und auch der Erb', bei Hertha! schon benannt:

Es gilt jetzt nur noch bloß, sie abzntretcn.

Wie wollt ihr doch, ihr Herrn, mit diesem Heer des BarnsEuch messen an eines Hansens Spitze,