Fünfter Akt. Dritter Auftritt.
251
weinte, ein Schaustück mit dem Bildniß Papst Leo's von der Brustlos machte, und es ihr als ein Andenken von mir, den sie gleich-falls nicht kannte, in das Mieder steckte; und ein solches Schaustück,wie ich eben vernehme, besitzt das Käthchen von Heilbronn! O Him-mel! die Welt wankt aus ihren Fugen! Wenn der Graf vom Strahldieser Vertraute der Auserwählten, von der Buhlerin, an die er ge-knüpft ist, loslassen kann: so werd' ich die Verkündigung wahrmachen,den Theobald, unter welchem Vorwand cs sei, bewegen, daß er mirdies Kind abtrete, und sie mit ihm verheirathen müssen: sonst habeich zu fürchten, daß der Cherub zum zweitenmal zur Erde steige,und das ganze Geheimniß, das ich hier den vier Wänden anvcrtraur,vn kündige! <ab>
Dritter Austritt.
(Lnrggraf von Frciburg und Georg von tvaldstädtcn treten auf.
Ihnen folgt Ritter Flammbcrg)
Flammt, erg. (erstaunt)
Herr Burggraf von Freiburg! — seid ihr es, oder ist es euerGeist? O eilt nicht, ich beschwöre euch—!
Frriburg. (wendet sich!
Was willst du?
Georg.
Wen suchst du?
Flammb erg.
Meinen bejammernswürdigen Herrn, den Grafen vom Strahl!Fräulein Kunigunde, seine Braut — o hätten wir sie euch nimmer-mehr abgewonnen! Den Koch hat sie bestechen wollen, dem Käth-chen Gift zu reichen: — Gift, ihr gestrengen Herren, und zwar ausdem abscheulichen, unbegreiflichen und räthselhaften Grunde, weildas Kind sie im Bade belauschte!