Zweiter Alt. Erster Auftritt.
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gebunden, und um mich her flatterte eine Schaar muntrer Winde,um die Seufzer, die meiner von Gram sehr gepreßten Brust ent-quillen, gradaus zu der guten Götter Ohr empor zu tragen. Wirk-lich und wahrhaftig! Ich will meine Muttersprache durchblättern,und das ganze reiche Kapitel, da« diese Uebcrschrift führt: Empfin-dung, dergestalt plündern, daß kein Reimschmidt mehr auf eine neueArt soll sagen können: ich bin betrübt. Alles, was die WchmuthRührendes hat, will ich ausbieten, Lust und in den Tod gebendeBetrllbniß sollen sich abwechseln, und meine Stimme wie einen schö-nen Tänzer durch alle Beugungen hindurch führen, die die Seelebezaubern; und wenn die Bäume nicht in der That bewegt werden,und ihren milden Thau, als ob cS geregnet hätte, herabträufclnlassen, so sind sie von Holz, und Alles, was uns die Dichter vonihnen sagen, ein bloßes liebliches Märchen. O du — wie nenn'ich dich? Käthchen! warum kann ich dich nicht mein nennen? Käth-chen, Mädchen, Käthchen! warum kann ich dich nicht mein nennen?warum kann ich dich nicht aushcbcn, und in das duftende Himmel-bett tragen, das mir die Mutter daheim im Prunkgemach ausgcrich-tet hat? Käthchen, Käthchen, Käthchen! du, deren junge Seele, alssie heni nackt vor mir stand, von wollüstiger Schönheit gänzlichtriefte, wie die mit Oelen gesalbte Braut eines Pcrserkönigs, wennsie, auf alle Teppiche niederregnend, in sein Gemach geführt wird!Käthchen, Mädchen, Käthchen! warum kann ich cs nicht? Du Schö-nere als ich singen kann, ich will eine eigene Knust erfinden, unddich weinen. Alle Phiolen der Empfindung, himmlische und irdische,will ich eröffnen, und eine solche Mischung von Thräncn, einen Er-guß so eigenthümlicher Art, so heilig zugleich und üppig, zusam-menschütten, daß jeder Mensch gleich, an dessen Hals ich sie weine,sagen soll: sie fließen dem Käthchen von Heilbronn! — — Ihrgrauen, bärtigen Alten, was wollt ihr? warum verlaßt ihr euregoldnen Nahmen, ihr Bilder meiner geharnischten Väter, die meinen