Druckschrift 
2 (1859) Der zerbrochene Krug; Das Käthchen von Heilbronn; Prinz Friedrich von Homburg; Die Herrmannsschlacht
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

Erster Akt. Zweiter Austritt.

133

Theobald.

Gift? Opiate? Ihr hohen Herren, was fragt ihr mich? Ichhabe die Flaschen nicht gepfropft, von welchen er ihr an der Wanddes Felsens znr Erfrischung reichte; ich stand nicht dabei, als sieder Herberge, Nacht für Nacht, in seinen Ställen schlief. Wie sollich wissen, ob er ihr Gift eingefloßt? habt nenn Monate Geduld;alsdann sollt ihr sehen, wie's ihrem jungen Leibe bekommen ist.

Der Graf vom Strahl.

Der alte Esel, derl dem entgegn' ich nichts, als meinen Na-men! Ruft sie herein; und wenn sie ein Wort sagt, auch nur vonfern duftend, wie diese Gedanken, so nennt mich den Grasen vonder stinkenden Pfütze, oder wie es sonst eurem gerechten Unwillenbeliebt.

Zweiter Auftritt.

(Aälhchen mit verbundenen Augen, geführt von ;n> ei Häscher». DieHäscher nehmen ihr das Tuch ab und gehen wieder fort. - Die Uorigclt)

Käthchen.

(sieht sich in der Versammlung um, und beugt, da sie den Grasen erblickt,ein Knie vor ihm)

Mein hoher Herr!

Der Graf vom Strahl.

Was willst du?

Kälhchcn.

Vor meinen Richter hat man mich gerufen.

Der Graf vom Strahl.

Dein Richter bin nicht ich. Steh' auf, dort sitzt er;

Hier steh' ich, ein Verklagter so wie du.

Käthchen.

Mein hoher Herr! du spottest.