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1 (1853)
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452
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Blüte der ritterlichen Lnrik und Epopöe.

trocken ist und wer eignes Wasser der Neue nicht kennt, dem kann diesenMangel das Gcdächtniß an jenes Wasser ersetzen, das Christus in seinemSchweiße und Blute oder in seinen Thronen vergoß!" Diese Denkartbildet den schönsten Uebergang zu der unmäßigen Hciligeiwcrehrung, dieim 13. Jahrh. zu einem neuen Schwung kam, und neben jener berühm-ten goldenen Legende auch die zahllosen deutschen Heiligenleben undMärtyrergcschichten in der Dichtung anfbrachte, die wir weiterhin be-trachten müssen. Der Stricker übrigens kennt von den Heiligen und vonder Gottesmutter und deren Fürsprache für uns noch wenig, sein Ver-trauen steht noch auf Gott selbst. Die Gedichte, in denen er diese undähnliche Weisheit niedergelegt, bilden einen großen Kreis von Bei-spielen (denn cs gibt keinen bezeichnenderen Namen, als diesen in deralten Sprache selbst gerechtfertigten), unter denen aber das Unähnlichstebegriffen wird.Eine kurze Erzählung, ein einfaches Bild oder Beispielgibt den Stoff oder die Veranlassung zu einer umständlichen Ausführungüber irgend einen Gegenstand der allgemeinen, durch die Lehren desChristenthumS modifieirtcn Ansicht der sittlichen Natur; eine höchst ein-fache Form, man möchte sagen, ein kurzer Sermon in Versen^')." Diestrifft aber nur einen kleinen Theil dieser Gedichte; viele erinnern an dieGleichnisse des neuen Testaments, und diese stehen solchen Sermonenam nächsten. Viele sind bloße Allegorien, und diese tragen dann ganzdas Gepräge, daß sie die Fabel nachahmen sollen. Oft ist's eine bloßeAnckvote, eine Erzählung, der eine Lehre abgewonncn wird. Mehrmalssind eS Stücke, welche Stände und Klassen charakterisircn, und diese leitendann die späteren Satiren im Renner und Narrcnschiffe ein. Die Ehe,das HauS, die kleineren niederen Verhältnisse sind der Mittelpunktmancher schwankartigen Erzählung, die aber immer eine sittliche Lehreträgt; denn eigentliche Schwänke, wie den Pfaffen Amis ^"), scheint ecsonst nur sehr wenige kleinere^) gemacht zu haben. Endlich sind esMährchen zu Fabeln oder Fabeln zu Mährchcn geworden. Alle dieseGattungen bindet nur die moralische Nutzanwendung zusammen, dienirgends fehlt; einmal sagt er selbst, man ließe die Erzählung derMähren besser ganz, wenn man nicht das Gleichniß dazu sagte. Die

ZW) Docen Misc. 2. 2V9.

400) In Benecke's Beiträgen 2, 403 ff.

401) Wie bei Hahn den vom kundigen Knecht. Er unterscheidet übrigens selbst,daß er Einiges zur Kurzweil dichte, Anderes nicht.