Druckschrift 
1 (1853)
Entstehung
Seite
450
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4Z0 Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.

entwirft ein ähnliches Bild von ihnen, wie Andre von Hermanu's Hofin Eisenach; jetzt aber sei Alles dahin; unreine, ungezogene Unterhaltungsei geschätzter als die gute; Ritter und Frauen möchten cS klagen, daßSingen, Sagen und Saitenspiel zerging; man sehe an den HöfenNiemand mehr, als die da sein müssen, und wer sich die alte Tugendder Milde und Freigebigkeit bewahrte, der hat mehr Lob als zwölfe inden Jahren, da Milde eine Landsitte war. Wenn er Ritterschaft undRitterleben nach der alten Weise erhebt, so sieht man doch in einem un-gedruckten Gespräche von ihm zwischen zwei Knechten, wie etwas ge-priesen wird, was sich durch Ausartung jedes Preises unwerth gemachthat, wie gleichsam die alte Herrlichkeit auSgeläutct wird. Dasselbe istder Fall in seinem Gedichte FrauenehreDer Dichter fühlt, daßer dem Gegenstände nicht gewachsen ist, er verräth überhaupt denselbenMißmuth über alles Dichten überhaupt, den jede solche absinkcnde Zeitden halben Talenten mittheilt, die sie nur noch hervorbringt. Er streitetim Eingänge mit seinem Herzen: er wolle das Dichten ganz lassen; dieWürdigen seien hin, die je nach großer Freude gerungen, und hättenalle Freude mit sich genommen; nun hätte er nicht ein so begabtes Ta-lent, daß er denen Freude geben könne, die freudenlos leben wollten.Er klagt, daß Keiner mehr eine Mähre zwei- oder dreimal hören wolle.Sein Herz antwortet ihm, er solle das tragen; keinem anderen Dichtersei es anders gegangen; daß man das Neue und stets das Neue begehre,solle ihn vielmehr beruhigen, so entgehe er der Vergleichung mit dentrefflichen Alten. Er solle denn wie die Anderen neue Mähren für denTag hin dichten. Er läßt sich zureden: dennoch will er versuchen, etwaszu entwerfen, was für die Dauer sein möchte. Dabei aber fühlt er, daßder Gegenstand der Frauenchre nicht für ihn tauge; wäre er weise, sowürde er die Frauen gar nicht nennen; sein Leben und Fraucnpreis hättennie mit einander zu schaffen gehabt; ein Pferd, ein altes Gewand stündebesser in seinem Lobe. Mehrmals kommt er im Gedichte selbst daraufzurück, daß er der Ausgabe nicht beikomme; auch erhebt er sich nirgendsüber die Gewöhnlichkeiten, die man über diesen Gegenstand sagte, und

der si >Ies düble dureb ir gukt, ob mer, erde unde Instir top nikt möbte getragen, si rvoiten ir dennueb ine ließen:des gervunnen si so grüre gunst, dar man in »>Ie die Kunstdar re Osterriebs beeilte, der ie liebem men gelinkte;die guiten si nne märe. u. s. w.

397) In Haupt' S Zeitschrift 7, 478.