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Nibelungen und Kndrun.
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Schicksale, Durchgänge und Ueberarbellungen es erlitt, ehe es, etwasspäter als die Nibelungen, in denselben Gegenden wie diese, die Aus-zeichnung fand, in der wir es lesen, ist schwer, selbst nur zu errathen.Müllenhoff hat Ettmüller's Versuch erneuert, die Kudrnnlicder, wieLachmann die Nibelungen, hcrzustellcn, das Alte und Acchte von demspäter Hinzugetreteuen zu scheiden; dies Wagniß ist aber hier, wo unsfast alle Hülfsmittel und alles Material für eine solche kritische Sonde-rung abgehen, begreiflicherweise noch viel gewagter gefunden worden,als dort. Wir begnügen uns daher, das Gedicht in seiner überliefertenGestalt den Nibelungen einfach zu vergleichen. Die letzte Feile, die eserhalten hat, ist eine viel kunstmäßigere, als die den Nibelungen zu Theilgewordene; poetischer Ausdruck, sprachliche Gewandtheit, Rcichthumder Gedanken, der Wendungen, der Reime, alles was formell ein Ge-dicht auSzeichncn kann, sind vorzüglicher als in den Nibelungen. DieErzählung ist lebendiger, die Charaktere sind theilweisc noch fester ge-zeichnet, wenn auch nicht so großartig entworfen. Das Gedicht stellt sichso in eine ihm cigeuthümliche Mitte zwischen Kunst- und Volköepos,wie denn auch die Sitten, die es schildert, ritterlicher sind, wie auch derletzte Dichter zwar im Ganzen gleich dem der Nibelungen aus dem Werkeentfernt bleibt, aber doch zuweilen hervortritt, man möchte sagen wieLambrecht, im kritischen Eifer und in dem Ton des inneren Verständ-nisses der Sage, was in den Nibelungen gerade das umgekehrte ist.
Bei den Nibelungen fanden wir es überflüssig, von einem bekann-teren Gedichte eine Analyse zu geben; bei der Kndrun glauben wir diesnicht versäumen zu dürfen. Einmal würden wir die Aehulichkcit undUnähnlichkeit dieses Gegen- odcr Seitcnstücks der Nibelungen nicht besseranschaulich machen können und dann scheint dieses vortreffliche Gedicht,das mehr wie irgend ein anderes zu einer neuen Bearbeitung hätte auf-fordern sollen, das, wenn es in unserer guten Dichtcrzcit bekannt gewesenwäre, wohl zuverlässig einen kühneren Mann zur völligen Umdichtungbewogen hätte, die es mit vollem Rechte verdient, dieses Gedicht scheintunbillig vernachlässigt und ganzen Kreisen der Gesellschaft unbekannt ge-blieben zu sein, denen es nicht hätte entgehen sollen. So vielen Einflußhatte die dichterisch begeisterte Schule der Romantiker und die vaterlän-disch begeisterte Zeit der Befreiung auf die größere Verbreitung der
340) An einer Stelle, wo er die Länge einer Meerfahrt auf 1000 Meilen ange-geben findet, ruft er:
si liegen! tobelielie, er ist dem msere nibt gelicbe.
Gero. d. Dicht. I. Bd. 2Z
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